Mit 220 Farbabbildungen, Silberfolienprägung und Silberschnitt. Was haben das Chrysler Building in New York, die sachlichkühlen Porträts von Tamara de Lempicka, die Tiller Girls und eine Tischleuchte von Wilhelm Wagenfeld gemeinsam? Den Stil: in allen Fällen allerschönster Art déco. Kaum eine andere Stilrichtung hat das Bild ihrer Epoche so umfassend geprägt wie der Art déco, dem es gelang, verschiedenste Einflüsse die kubistischen Stillleben Picassos, die reinen Farben der Fauves, die ornamentalen Verzierungen des Jugendstils miteinander zu verschmelzen. Ausgehend von Paris setzte sich die Formensprache des Art déco ab Mitte der 1920er Jahre weltweit durch und ergriff alle Bereiche von Kunst und Kultur: von Architektur und Innenraumgestaltung über Skulptur und Mode bis zu Grafik- und Produktdesign. Der vorliegende, ganz im Stil des Art déco gestaltete und hochwertig ausgestattete Band widmet sich der Frage nach dessen kunstgeschichtlichen und kulturpolitischen Voraussetzungen, beleuchtet die sich parallel entwickelnden Stile und Theorien und ordnet sie in den Zusammenhang der Kunst des 20. Jahrhunderts ein.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 19.12.2013
Vor lauter Blattgold und Lack gehen der Rezensentin Renate Meinhof beim Betrachten dieses prachtvollen Bandes die Augen über. Zum Glück kann sie sich etwas abkühlen mit den Texten, die Norbert Wolf den Bildern von Luxusdampfern, Möbeln, Werbung und Design im Stil des Art deco gönnt, Texte, die laut Meinhof nicht nur die außereuropäischen Arabesken dieser Stils aufzeigen, sondern historische, geistesgeschichtliche, kulturpolitische und kunstwissenschaftliche Bedingungen und Zusammenhänge klären und Expertenmeinungen diskutieren. Weil all das auch noch so geschieht, dass nicht nur Experten, sondern auch Laien es verstehen, kann Meinhof das Buch nur wärmstens empfehlen.
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