Norbert Scheuer

Am Grund des Universums

Roman
Cover: Am Grund des Universums
C. H. Beck Verlag, München 2017
ISBN 9783406711794
Gebunden, 240 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Ein Stausee soll vergrößert und ein Ferienpark errichtet werden: Vor diesem Hintergrund wird ein fantastischer Reigen abenteuerlicher Geschichten erzählt, deren Kristallisationspunkt die Cafeteria eines Supermarktes in Kall, einem imaginären, aber doch realen Städtchen ist. Es geht um die erste Liebe zwischen Nina und Paul, den Liebesverrat von Sophia und Eugen und eine späte, glückverheißende Leidenschaft zwischen Herrn Vallentin und Isabell. Daneben begegnet den Lesern in dramatisch- poetischen Episoden die Wirkkraft menschlicher Schwächen und enttäuschter Hoffnungen, und wir erfahren, welche Folgen Betrug, Intrigen und das Streben nach Bereicherung freisetzen können. Die Grauköpfe, eine Gruppe alter Männer, versuchen von ihrem Stammplatz in der Cafeteria aus hinter all die Geheimnisse des Alltags im "Urftland" zu kommen und die verborge- nen Mechanismen dieses Universums zu begreifen. Aber auch sie sind verstrickt und können den wahren Grund der Dinge nicht erkennen. Aber wir vielleicht?

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.10.2017

Rezensent Ulrich Rüdenauer reist mit Norbert Scheuer ins "Zentrum des großen Welttheaters" - in die Eifel. Denn was Dublin für James Joyce oder Lafayette County für William Faulkner, das ist Kall für Norbert Scheuer, fährt der Kritiker fort und freut sich über ein Wiedersehen mit alten Bekannten. Rüdenauer zieht es hier in eine Supermarktcafeteria, in der sich eine "Grauköpfe" genannte Gruppe alter Männer zusammengefunden hat, um die Geschehnisse im Ort zu kommentieren und in manchen Abgrund zu blicken. Allein, wie Scheuer ganze Biografien in wenigen Strichen skizziert, ringt dem Kritiker größte Anerkennung ab. Auch wie der Autor sein üppiges Figurenensemble und die Vielzahl verschiedener miteinander verknüpfter Episoden im Griff hat, findet der Rezensent bemerkenswert. Vor allem aber hat er sich gern einmal mehr von Scheuers realistisch-poetischer Erzählweise "verzaubern" lassen.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 01.09.2017

Martin Oehlen ist schon los, um den Ort Kall in der Eifel zu suchen. Dort lässt sich's leben, denkt er. So jedenfalls beschreibt Norbert Scheuer die fiktive Stadt seiner Bücher. Auch die neue Folge ist für Oehlen moderne Heimatdichtung at its best, schön regional aber mit Belang für alle, kaleidoskopartig detailliert und vielstimmig. Und zu lernen ist auch immer was. Hier etwa über chinesische Philosophie, meint Oehlen. Die Sympathie des Autor für seine literarische Welt, Orte und Figuren, scheint Oehlen grenzenlos.