Aus dem Schwedischen von Gabriele Haefs. Rebecka Martinsson, Anwältin im nordschwedischen Kiruna, wird in einen besonders grausamen Mordfall verwickelt: Ein junges Paar hat ein Eisloch in einen See geschlagen, um zu einem auf dem Grund liegenden Flugzeugwrack zu tauchen. Doch während des Tauchgangs kappt jemand die Markierungsleine und schiebt eine Holztür über das Eisloch. Die beiden haben keine Chance. Was suchte das Paar in dem Flugzeugwrack? Und wer hat die beiden dafür mit dem Tod bestraft? Bei ihren Nachforschungen kommt Rebecka lange verheimlichten Ereignissen aus der Vergangenheit auf die Spur. Und sie entdeckt ein gefährliches Netz aus Schuld, Angst und Verrat, in das viele Bewohner ihrer Heimatgegend verstrickt sind.
Katharina Granzin hat den neuen Kriminalfall aus der Feder der ehemaligen schwedischen Steueranwältin Asa Larsson gefallen. Wie die anderen Romane Larssons empfiehlt sie das Werk als "genau richtiges komplexes Erwachsenenmärchen" - mit "Tieren, Bösewichten und starken Frauen". Besonders anziehend findet sie die außergewöhnliche Perspektive aus der Sicht einer Toten, wodurch auch die deformation professionelle der Autorin zu Tage tritt, die darin besteht, dem Wesen des Todes auf den Leib zu rücken, so Granzin. Dabei geht es weniger um die klassischen Handlungsmuster des Krimigenres als um die Frage nach dem Grund des Verbrechens. Das Ende nach Larsson'scher Manier mag man zwar routiniert finden, spekuliert Granzin, sie konnte es aber auch als den Ausdruck einer höheren gerechten Instanz begreifen, die in den Büchern Asa Larssons am Werk ist.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 11.02.2009
Rezensentin Sylvia Staude hat sich von Asa Larssons neuem Kriminalroman absolut fesseln lassen. Die Staatsanwältin Martinsson ermittelt im Mordfall zweier Taucher, die im Eis sterben, weil offenbar jemand ihr Auftauchen verhindert. Alles, was Martinsson findet, ist Schweigen. Doch die Rezensentin lässt uns wissen, dass da noch mehr ist, die Geschichte zweier Brüder nämlich, eine Geschichte von Schuld und Schuldzuweisungen. Überdies, erfährt man, wird die Ermittlerin in ihren Alpträumen von den Opfern des Mordes heimgesucht - was Staude offenkundig nicht wundert. Diese Geister, findet sie, sind "so viel lebendiger ... als die 'realen' Figuren manch anderer Krimiautoren".
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