Ámbar
Thriller

Pendragon Verlag, Bielefeld 2025
ISBN
9783865329011
Broschiert, 280 Seiten, 22,00
EUR
Klappentext
Aus dem Argentinischen von Kirsten Brandt. Ámbar folgt ihrem Vater auf seinem Rachefeldzug durch Argentinien.Die 15-jährige Ámbar lebt zwischen einsamen Landstraßen und heruntergekommenen Motels. An der Seite ihres Vaters Víctor Mondragón, einem gefährlichen Gangster, ist sie Gewalt und kriminalität gewöhnt. Statt am Wochenende zu Rockkonzerten zu gehen und Freunde zu treffen, verarztet sie Víctors Schussverletzungen oder denkt sich neue Tarnidentitäten aus. Was ihr zum Leben genügt, sind ein abgesägtes Gewehr, gefälschte Pässe und das wenige Geld, das sie heimlich für ein Tattoo spart. Doch je tiefer sie in die Welt und die Vergangenheit ihres Vaters eintaucht, desto mehr Zweifel kommen ihr. Kann sie ihm wirklich vertrauen? Und wird sie lange genug überleben, um seinen Geheimnissen auf die Spur zu kommen?
Rezensionsnotiz zu
Die Tageszeitung, 03.05.2025
Kritikerin Katharina Granzin freut sich über einen spannungs- und actionreichen Krimi von Nicolás Ferraro, der die 15-jährige Ámbar zur Protagonistin hat, deren "kostbarster Besitz" eine Schrotflinte ist, mit der sie gelegentlich ihren Vater, den Gangster Victor verteidigen muss. In einer Art "schrägem Roadmovie" muss Ámbar lernen, wie sie die Feinde ihres Vaters mit Waffen, aber auch ihren körperlichen Reizen ablenken kann, bleibt aber in anderen Aspekten kindlich, etwa, wenn sie jeden Tag auf die Fürsorge ihres Vaters wartet, erfahren wir. Spannungsreich spitzt sich die Handlung zu, es kommt zum Showdown, der den "endgültigen Abschied von der Kindheit" für die Protagonistin markiert, so Granzin. Für sie ist das Buch Ferraros eine gelungene Mischung von Coming-of-Age und Thriller und eignet sich sicherlich für eine Verfilmung mit "Theaterblut, Gummi-Hirnmasse und künstlichen ausgeschlagenen Zähnen."
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 14.03.2025
Ein "kleines Juwel", nennt Thomas Wörtche Nicolás Ferraros Coming-of-Age-Krimi - fein gearbeitet, aus härtesten Material, finster glänzend, mit einem einzigartigen, modernen Schliff, der gar nicht erst versucht, die Kunstfertigkeit alter Meister der argentinischen Kriminalliteratur nachzuahmen. Stattdessen findet der Autor seinen ganz eigenen Stil, lobt Wörtche: Eine hervorragend gelungene Mischung aus nordamerikanischem Country Noir, Road-Novel, Gangsterkrimi und Coming-of-Age Geschichte. Ungewöhnlich ist außerdem die Perspektive, aus der hier erzählt wird: Die der 15-jährigen Ámbar. Gemeinsam mit ihrem Vater, einem professionellen Räuber und Drogenhändler begibt sie sich auf einen "Rachefeldzug", wird später selbst verfolgt, verliebt sich, und lernt schließlich, sich und ihre eigenen Ansprüche "mit Gewalt durchzusetzen", denn: ein anderes Mittel bleibt ihr nicht in jener von Brutalität geprägten Macho-Gesellschaft, die der unseren gar nicht so unähnlich ist, so der beeindruckte Rezensent.