Aus dem Englischen von Peter Torberg. Stundenlang patrouilliert Constable Hirschhausen über Highways und ausgewaschene Schotterstraßen durchs australische Hinterland. Nervosität liegt in der Luft, die Pandemie zehrt an den Nerven und an Hirschs Toleranzlevel. Verkehrsdelikte, ein erschossener Merinobock, Hassparolen am Kulturzentrum - bei jedem Vergehen droht die Lage zu eskalieren. Auf der Suche nach einem vermissten Backpacker sieht sich Hirsch starrsinnigen Farmern gegenüber, als er zu einem vermeintlichen Brand gerufen wird: ein dilettantisch angezündeter Koffer im Straßengraben. Keine große Sache - bis Hirsch die Leiche darin entdeckt.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 22.03.2025
Ziemlich aktuell findet Rezensentin Sonja Hartl diesen vierten Band um Garry Dishers Helden Constable Hirschhausen, der mit einem unbekannten Ermordeten beginnt und sich dann in diverse Richtungen entwickelt: Disher jongliere die Bälle vom vermissten Backpacker über Cyberkriminalität bis hin zu Coronaleugnern so souverän, dass man als Leser zu keinem Zeitpunkt das Gefühl habe, den Überblick zu verlieren. Der Ermittler sei dabei grundsympathisch wie immer und vermittle neben der "erschreckenden" Realitätsnähe auch Hoffnung, die Weiten Australiens zu einem besseren Ort zu machen. Für Hartl eine höchst gelungene Mischung, die die Reihe "schlichtweg unwiderstehlich" mache.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 26.02.2025
Gary Disher gehört für Rezensentin Sylvia Staude zu den "allerfeinsten Krimischreibern" und das beweist er ihr auch in seinem neuen Roman, in dessen Mittelpunkt der australische Constable Hirschhausen steht. So "realitätsnah" sind Krimis selten, findet Staude, denn Disher erzählt sehr authentisch aus dem Berufsalltag im australischen Outback, zu dem auch allerlei alltägliche Probleme gehören, wie ein Coronaleugner, der ausrastet, weil seine Frau sich impfen lassen will. Der große Fall entwickelt sich ganz langsam, so die Kritikerin, und zwar geht es um eine Belgierin, die nach ihrem aus einem Hotel verschwundenen Sohn sucht. Nicht nur die nahbare Schilderung des Provinzcops überzeugt Staude, sondern auch Dishers Gespür für Zwischentöne und "das Kleine am Rande". Klischees über Polizeiarbeit gibt es hier jedenfalls nicht, schließt eine zufriedene Kritikerin.
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