Nicol Ljubic

Heimatroman oder Wie mein Vater ein Deutscher wurde

Roman
Cover: Heimatroman oder Wie mein Vater ein Deutscher wurde
Deutsche Verlags-Anstalt (DVA), München 2006
ISBN m
Gebunden, 216 Seiten, 17,90 EUR

Klappentext

Dies ist die Geschichte des jungen Autoelektrikers Drago Ljubic, der seine Heimatstadt Zagreb verlässt, um die Freiheit und das Glück in der Fremde zu suchen. Seine Odyssee führt ihn in den französischen Jet-set, die Arme von mindestens drei Frauen und als Techniker der Lufthansa durch die ganze Welt, bis er schließlich in einer deutschen Doppelhaushälfte sesshaft wird und sich angewöhnt, erst nach der Mittagsruhe mit dem Rasenmähen zu beginnen. Außerdem ist dies die Geschichte des preisgekrönten Journalisten Nicol Ljubic, der zusammen mit seinem Vater nach beinahe fünfzig Jahren die Wurzeln der Familie sucht und die Stationen der Auswanderung nachreist. Und es ist die Geschichte eines Kontinents, der sich gehäutet hat. Ein nostalgischer Blick auf das alte Europa und seine wundervollen Geschichten über Gastlichkeit, Freundschaft und die Liebe zu Wiener Schnitzeln.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 01.07.2006

Sehr gefallen hat dem Rezensenten Rüdiger Rossig die Erkundungsreise, die der in Deutschland geborene "Jugosvabo" (halb Jugoslawe, halb Deutscher) Nicol Ljubic unternommen hat. Ljubics - eigentlich kroatischer - Vater, berichtet der Rezensent, ist so sehr Deutscher geworden ("fleißig", "pünktlich" und auf fast spießige Art "pedantisch"), dass der Sohn die abenteuerlichen Geschichten seiner Auswanderung nach Deutschland für Legenden halten muss. Seine Recherche und die zusammen mit dem Vater unternommene, "detailliert und liebevoll" geschilderte Reise an die Orte seiner Vergangenheit belehren ihn eines besseren und offenbaren nebenbei, dass nicht das Tito-Regime, sondern die Armut den Vater zum Auswandern bewogen haben. Einen Teil seiner Faszination, so der Rezensent, bezieht das Buch aus der imposanten, weil "intelligenten, vielseitig begabten, flexiblen und zielbewussten "Figur, die der Vater abgibt und der vom Sohn viel Raum gelassen wird. Den Rest besorge Nicol Ljubics gelungener Versuch, die Welt, in der sein Vater aufgewachsen ist, mit der eigenen Kindheit und Jugend in der deutschen Wohlstandsgesellschaft der fünfziger Jahre zu kreuzen, und so die Deutschwerdung seines Vaters zu veranschaulichen. Und so ist Ljubics "Heimatroman" neben einer Vater-Sohn-Geschichte und einer wunderbaren Reiseerzählung eine "Hommage" an jene Migranten, denen sich durch harte Arbeit und Anpassung die deutsche Mittelschicht erschloss.

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