Hamed Abdel-Samad

Integration

Ein Protokoll des Scheiterns
Cover: Integration
Droemer Knaur Verlag, München 2018
ISBN 9783426277393
Gebunden, 272 Seiten, 19,99 EUR

Klappentext

Millionen Muslime sind in den vergangenen Jahrzehnten als Gastarbeiter überwiegend aus der Türkei, als Flüchtlinge aus Syrien und anderen Staaten des Nahen Ostens nach Deutschland gekommen. Hamed Abdel-Samad rechnet ab mit der Politik, die die Integration zu lange konterkariert und der Muslime, die sich in Parallelgesellschaften verbarrikadiert haben. Deutsch-Türken unterstützen Erdogan, in Europa geborene Muslime verüben Terroranschläge. Hamed Abdel-Samad prangert die integrationsverhindernden Elemente der islamischen Kultur an. Er rechnet aber auch mit europäischen Integrationslügen ab. Denn wer jahrzehntelang von "Gastarbeitern" spricht, der verweigert Integrationsangebote - und darf sich nicht über Parallelgesellschaften wundern. Wer die Augen verschließt vor kulturellen, mentalitären und religiösen Unterschieden, der muss in seinem Bemühen scheitern. Abdel-Samad formuliert einen Forderungskatalog an Politik und Gesellschaft, denn am Thema Integration wird sich die Zukunft Deutschlands entscheiden.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 16.04.2018

Rezensent Bernd Kastner wirft dem Autor Hamed Abdel-Samad vor, mit seinem Buch den Islamkritikern in die Hände zu spielen. Das düstere Bild von Deutschland, das der Autor zeichnet, der als Sohn eines Imams eine eigene Integrationsgeschichte zu erzählen hat, findet Kastner pauschal, in Teilen undifferenziert und provokant. Kastner findet es zwar selbst "zu billig", Abdel-Samad in die rechte Ecke zu stellen, beschreibt das Buch aber vor allem als Stichwortgeber für die AfD. Diskussionswürdig findet er immerhin den "Marshallplan" des Autors, der Institutionen und Muslime gleichermaßen in die Pflicht nehmen will. Das könnte ein Weg sein, ahnt Kastner. Abdel-Samad hat sich übrigens auf Facebook gegen Kastners Kritik gewehrt: "Ich habe den Eindruck, dass die Priorität der meisten Politiker und auch der meisten Journalisten nicht die Lösung der Integrationsmisere ist, sondern der symbolische Kampf gegen die AFD."

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