Einwanderer in Deutschland sind keine Ausländer auf Durchreise, sondern gestalten unsere Gesellschaft mit. Sie sind nicht mehr nur Underdogs, sondern gehören inzwischen auch zu den Etablierten. So bedeutet es für manche der länger ansässigen Deutschen eine große Umstellung, dass sie nicht automatisch die Bestimmer sind: Ressentiments gegen Einwanderer, so die These von Annette Treibel, haben vor allem mit den gewandelten Hierarchien im heutigen Deutschland zu tun. Das Buch der Soziologieprofessorin analysiert die Debatten um das Zusammenleben bis hin zur jüngsten Auseinandersetzung um Pegida. Treibel zeigt: - was alte und neue Deutsche bewegt, - was wir in Deutschland für mehr Integration tun können, - dass Sarrazin und Co. zum Trotz - Integration ein Projekt für alle ist, - dass man Deutsch nicht nur sein, sondern auch werden kann.
Auch wenn die Autorin mit ihrem Buch keinen Pegida-Sympathisanten umstimmen und keinen Fehler der Integrationspolitik korrigieren wird, wie Fabian Grieger vermutet, scheint dem Rezensenten Annette Treibels Darstellung der Integrationsdebatte aus veränderter Perspektive wichtig und lesenswert. Dass Integration wechselseitig funktioniert, ist eine der Erkenntnisse, die Treibel dem Rezensenten vermittelt. Dass Integration weniger mit Multikulturalität zu tun hat als mit sozialen Ängsten, eine andere. Treibels Einteilung in "Alt-Deutsche" und "Neu-Deutsche" und ihre Analyse des Verhälttnisses zwischen beiden scheint Grieger wie der positive Gegenentwurf zu Thilo Sarrazins Untergangsgeschrei.
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