Nico Bleutge

Klare Konturen

Gedichte
Cover: Klare Konturen
C. H. Beck Verlag, München 2006
ISBN 9783406550676
Gebunden, 88 Seiten, 12,00 EUR

Klappentext

Das scheinbar Selbstverständliche, unsere Wahrnehmung, ist im täglichen Leben durch den Gebrauch gleichsam verschattet. Gedichte öffnen unsere Sinne. Der junge Lyriker Nico Bleutge widmet sich in seinen Gedichten dem Sehen, Hören, Betasten, Sprechen, der "Peilung" der Blicke und dem Körperlichwerden der Worte. In den sechs Zyklen seines ersten Gedichtbandes "klare konturen" unternimmt er eine Erkundung des Blicks, die unser ganzes Sehfeld umfasst, Natur, Landschaft - man kann geradezu von einer Neubestimmung des Landschaftsgedichts sprechen -, inmitten des von Menschen Geschaffenen, um dann den Körper, den physischen und den sprachlichen, zu vermessen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 06.01.2007

Ein "Archiv des Augenblicks" habe Nico Bleutge geschaffen, im doppelten Sinne, jubelt Paul Jandl. An diesem Debüt hat er überhaupt nicht auszusetzen, im Gegenteil, und den Hype, der sich um den mit Preisen überhäuften jungen Autor gebildet hat, kann Jandl nicht nur verstehen, er hält ihn auch für vollauf gerechtfertigt. Denn Bleutge arbeite die Beziehungen zwischen Sehen, Schreiben und Erleben wie im Titel angekündigt klar konturiert heraus und betätige sich dabei gleichzeitig als "hochintelligenter" Kommentator und Kritiker des eigenen Tuns. Besonders faszinierend findet Jandl die "Kippeffekte", die entstehen, wenn aus Bleutges Beschreibungen immer neue Bilder und Welten entstehen, aus "mikroskopisch genauen" Beobachtungen von Details ganze Landschaften erwachsen. Mit einem Wort: "beeindruckend".

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 18.12.2006

Sibylle Cramer zeigt sich von den Gedichten, die Nico Bleutge nun in seinem Band "klare konturen" vorgelegt hat, nachhaltig beeindruckt und preist ihn als einen modernen aber dennoch schönheitsbewussten "Nachfahren" Stefan Georges. Bei Bleutge entsteht oft genug das Gedicht aus der ästhetischen Kraft der Dinge, meint die begeisterte Rezensentin. Dabei forme sich allerdings aus einzelnen Teilen nicht mehr ein allgemeingültiges Ganzes, so Cramer, sondern manifestiere sich als Auswahl- und Sammelprozess. Insbesondere in den Landschaftsgedichten, die sich nicht zu "Landschaftsbildern" fügen, sondern disparate Elemente in der Wahrnehmung zusammenfließen lassen. Als ganz besonders gelungen lobt die Rezensentin einen Potsdam-Zyklus, in dem das lyrische Ich sich vom Wasser her Sanssouci nähert und sich in die Betrachtung der Schönheit des Parks Reflexionen über den Austausch von Agenten mischen.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.11.2006

Lyrik? Lyrik! Entschieden ergreift Richard Kämmerlings Partei für Wortkunst dieser Art. Was Nico Bleutge mit seinem Debütband vorlegt, knistert für Kämmerlings förmlich vor Brisanz und Scharfsichtigkeit. Von wegen Hermetik zeitgenössischer Dichtung! Eine derart klare Auflösung und Befreiung der Dinge aus Metaphernhaft und Sprachschablonik soll ihm ein Prosaist erst einmal hinzaubern! Dass kein lyrisches Ich auftritt, findet Kämmerlings da folgerichtig: Die Sinne selbst sind das neue Subjekt. Eine Poetik deutet sich an, die dem Rezensenten mehr als zeitgemäß erscheint.
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