Herausgegeben, übersetzt und mit einem Nachwort von Martin Wagner. New York, 1887: Für ihren Auftrag bei der aufstrebenden Tageszeitung "New York World" soll Nellie Bly undercover aus der Frauenpsychiatrie auf Blackwell's Island berichten. Der Weg ins Irrenhaus erweist sich als Kinderspiel. Doch die Journalistin merkt schnell: Wer einmal drin ist, dessen Chancen stehen schlecht, jemals wieder herauszukommen. In ihrer wirkmächtigen Reportage berichtet Nellie Bly von dem Weg in die Anstalt und von den desaströsen Zuständen und grauenhaften Misshandlungen, deren Zeugin sie dort wurde.
Auf "Günter Wallraffs Großmutter im Geiste" ist Rezensentin Josefine Haubold bei der Lektüre dieser erstmals auf Deutsch vorliegenden, investigativen Reportage aus dem späten 19. Jahrhundert gestoßen, für die sich die amerikanische Journalistin Nellie Bly auf Vorschlag ihres Verlegers Joseph Pulitzer für zehn Tage undercover in die Psychiatrie einliefern ließ. Dort stieß sie nicht nur auf ein sadistisches Pflegeregiment, sondern auch auf den skandalösen Umstand, dass die Psychiatrie zum Wegsperren eigentlich gesunder Sozialfälle, darunter gerade armer, nicht englischsprachiger Immigrantinnen, genutzt wurde. Zwar ging es Bly nicht um eine grundsätzliche Kritik an der psychiatrischen Praxis ihrer Tage, wie die Rezensentin anmerkt, doch sei ihr investigativer Journalismus eine Pionierleistung gewesen, die auch andere Reporterinnen zu Sozialreportagen inspirierte.
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