"Keine Ahnung" - ein Text über das Nicht-Wissen in sechs Akten. Ein Text, in dem die Autorin zurück reist an den Anfang der Zivilisation, sich an antiken Denkern und literarischen Figuren ebenso bedient, wie am selbst erlebten. Ein Text, bestehend aus sechs Lesungen über die Ahnungslosigkeit des Menschen, der dennoch an dieser nicht verzweifelt, nicht aufgibt, sondern fragt und fragt und fragt. Eine große Selbstbefragung, darüber hinaus aber auch eine große Welterkundung - oder konkret: eine Erkundung der eigenen Wahrnehmungswelt - auf der Suche nach? Vielleicht einer Poetik? Einer Poetik, die sich mit der einen Hand via Google diverses Fremdwissen aus Religion/ Geschichte aneignet, mit der anderen aber das Selbst hinter dem Schreiben untersucht. Selbstverständlich treten dabei auch jene Verletzungen zu trage, die man als Frau in einer nicht feministischen (as in: wahrhaft gleichberechtigten) Gesellschaft erlebt, aber auch um das Kranksein des Körpers, de Geistes ebenso, die Vergänglichkeit der eigenen Familie - und vieles mehr.
Rezensentin Julia Hubernagel ist ganz froh, dass Nele Stuhler in ihrem Buch über Nichtwissen und den Umgang damit keine klare Linie oder Patentlösungen anbietet. Stattdessen schreibt die laut Hubernagel vom Theater kommende Autorin in einem repetitiven, rhythmischen und sich selbst reflektierenden Stil über Wissen und Nichtwissen besonders bei Frauen auf eine Weise, die die Rezensentin an Rainald Goetz und Ernst Jandl erinnert: lustig, aber auch anstrengend. Wer Christa Wolfs Frankfurter Poetikvorlesungen kennt, auf die sich Stuhler im Text bezieht, hat noch mehr Spaß dran, erklärt Hubernagel.
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