Anstelle von materiellen Dingen wird heute in unserer Gesellschaft vorwiegend Wissen produziert. Kultur als der Zusammenhang aller möglichen Interaktionen in einer menschlichen Gesellschaft fixiert und transformiert das historisch erwachsene Wissen, in dem sich diese Kultur etabliert. Wissen ist dabei auch nicht einfach die Summe der einzelnen Köpfe dieser Kultur, da diese ihr Wissen ja immer erst im Zusammenhang der Kultur, in der sie agieren, gewinnen und fixieren können. Was sind dann aber die Kriterien, an denen Wissen und Information zu bemessen sind, und inwieweit sind Wissen und Information dabei dann überhaupt voneinander abzugrenzen? Informationen sind zunächst einfach nur Mitteilungen oder Nachrichten. Solche Informationen sind, suche ich sie zu verwenden, dann aber auch zu bewerten, also auf den Gesamtkontext der schon verfügbaren Informationen zu beziehen. Diese Informationen werden demnach einander zugeordnet. Erst in dieser Ordnung entsteht Wissen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 07.01.2009
Am großen Kenntnisreichtum Olaf Breidbachs lässt Stefan Heidenreich in seiner Kritik keinen Zweifel aufkommen, mit seinem Buch über "Neue Wissensordnungen" ist er dennoch zutiefst unzufrieden. Er sieht den Autor nämlich an dem gescheitert, was laut Breidbach Wissen überhaupt erst ausmacht, nämlich Informationen in eine Ordnung zu bringen. In seinem wilden Ritt durch die historisch sich wandelnden Wissensordnungen springt er von Thema zu Thema, dass dem Leser Hören und Sehen vergeht, beklagt sich der Rezensent, der hier nicht nur Ordnung, sondern auch prägnante Aussagen und Thesen vermisst. Zudem stößt sich Heidenreich an der technokratischen Sprache, die ihm das Buch mitunter wie eine "Betriebsanleitung" vorkommen lässt und zieht die ernüchterte Bilanz, dass Breidbach sein "Wissen" über Wissensordnungen hier mehr "versteckt" als preisgibt.
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