Nele Pollatschek

Wie ich so glücklich wurde

Cover: Wie ich so glücklich wurde
Galiani Verlag, Berlin 2026
ISBN 9783869713434
Gebunden, 224 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Ein Buch, das glücklich macht, für alle, die sowas nie lesen würden. Nele Pollatschek ist wirklich nicht als Frohnatur geboren. Ihre Gene sind alle hochneurotisch und Resilienz ist ihr ein Fremdwort. Trotzdem muss sie eines Tages überrascht feststellen, dass sie glücklich ist. In Begegnungen mit Wissenschaftlern und Psychoanalytikern, mit Profifußballern, Selbstoptimierern, Sokratikern und Hinduisten geht sie der Frage nach: Wie konnte es so weit kommen? Pollatschek erzählt von schlimmen Gedanken, die einem egal sein können, davon, warum Trigger-Warnungen Quatsch sind und Traumata besser als ihr Ruf, sie erzählt von Statistik und Konformismus, von Körpern und Seelen und dem Sehnen nach Gott. Vor allem erzählt sie, wie man glücklich wird, auch wenn man echt nicht dafür gemacht ist. 

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.11.2026

Rezensent Oliver Jungen wird genauso glücklich wie Nele Pollatschek mit diesem Buch. Denn die Autorin, die selbst depressive Phasen erlebt hat, erzählt ihm hier in einer Mischung aus Autobiografie, Essay und Fiktion, wie zu einem glücklichen Menschen wurde. Zunächst aber attackiert sie die ihrer Meinung nach allzu hypersensible Gen Z, die ihre Traumata pflege, freut sich der Kritiker. Dabei sei das menschliche Hirn geradezu für Traumata gemacht, indem sich durch Bildung neuer Synapsen andere neuronale Verbindungen auflösen, lernt Jungen. Eine lebenslange Traumatisierung sei also keineswegs zwingend, glaubt Pollatschek, die etwa auf Frauen wie Gisele Pelicot oder die Holocaustüberlebende Erika Freeman verweist. Dass die Autorin "amüsant" schreibt, gefällt dem Kritiker ebenso gut wie ihre zahlreichen Diskurse zur Wissenschaft. Vor allem, wenn sie sich auf "physiologische und evolutionsbiologische Grundlagen" beruft und somit immer weiter in Richtung "Antipsychologie" geht, geht Jungen mit. Rationales Denken und die Erlaubnis, sich selbst gegenüber großzügig zu sein, nimmt der Kritiker als Rezept aus der Lektüre mit.

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