Aus dem Englischen von Karen Witthuhn und Sabine Längsfeld. Alle Menschen erkranken im Laufe ihres Lebens. Die meisten nicht nur körperlich, sondern irgendwann auch psychisch. Wenn wir verstehen, wer wir in guten Zeiten sind, kann uns das in Momenten größter Not sehr helfen: Wir erkennen, was wir brauchen, um uns besser zu fühlen. Mit diesem Buch hat Alain de Botton einen praktischen Leitfaden für die Pflege, den Erhalt und die Wiederherstellung unserer psychischen Gesundheit geschrieben - von kleinen Kniffen der Selbstfürsorge bis hin zur Hilfe, die eine Psychotherapie bietet. Es ist ein empathischer Begleiter durch persönlich herausfordernde Zeiten und eine Quelle der Inspiration, wie man widerständig bleibt, wenn Besserung in weiter Ferne scheint. Psychische Erkrankungen sind genauso verbreitet und genauso wenig beschämend wie körperliche. Wir sollten nicht zögern, Hilfe zu suchen, genauso wenig wie wir zögern würden, wenn wir eine Bronchitis oder Knieschmerzen hätten - und wir sind in solchen Momenten nicht weniger liebenswert und mitfühlenswert. Dieses Buch erinnert daran.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 10.07.2026
Andrea Gerk findet Alain de Bottons neues, aus essayistischen Texten bestehendes Ratgeberbuch eher ärgerlich. Über die lebenserleichternde Wirkung von Kunst und Kunstwerken hat der Autor in früheren Büchern schon geistreicher und überzeugender geschrieben, findet sie. Zieht man diesen Teil des Buches ab, bleibt laut Gerk ein schöngeistiger Autor, der sich als Therapeut versucht. Dass es nicht gutgehen kann, sich leichtfüßig mit schweren psychischen Erkrankungen wie Burnout oder Depression auseinanderzusetzen, liegt für Gerk auf der Hand. Geradezu gefährlich erscheint ihr der Band als Hilfestellung für ernsthaft Erkrankte. Die sollten sich lieber Rat bei Fachleuten holen, warnt die Rezensentin eindringlich.
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