Neil MacGregor

Shakespeares ruhelose Welt

Cover: Shakespeares ruhelose Welt
C. H. Beck Verlag, München 2013
ISBN 9783406652875
Gebunden, 347 Seiten, 29,95 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Klaus Binder. Während Shakespeare unvergängliche Werke wie "Romeo und Julia", "Hamlet", "Othello" oder "König Lear" schrieb, ging die Welt durch ein Zeitalter tiefgreifender Veränderungen. Seit der Entdeckung Amerikas hatten sich die Horizonte Europas dramatisch erweitert. Ein ganzes Weltbild geriet ins Wanken. Neil MacGregor führt uns anhand von zwanzig Objekten mitten hinein in diese Zeit - und hinein in die Stücke Shakespeares. Ob er uns das Schwert eines Edelmanns oder die Wollmütze eines Handwerksburschen, einen Glaskelch aus Venedig oder Münzen aus Marrakesch vorstellt - immer weiß er eines der Themen zu illuminieren, die Shakespeares Zeitalter prägten: die Globalisierung, die Glaubenskämpfe, die Pest, der Islam, die Magie - und uns zugleich vertraut zu machen mit einem der aufregendsten Dichter der Weltliteratur.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 19.04.2014

Angetan zeigt sich Stefana Sabin von Neil MacGregors Beschreibung der Zeit Shakespeares anhand von zwanzig Objekten. Dem Autor, Direktor Londoner British Museum, gelingt es zu ihrer Freude, diese Objekte - unter anderem einen schwarzen Spiegel, eine eiserne Gabel von 1587, die Pest-Proklamation von 1603 und so weiter - in Beziehung zu Shakespeares Stücken zu setzen, die die gesellschaftlichen und politischen Ereignisse widerspiegeln. Das Ganze findet Sabin kurzweilig erzählt und zu einem Gesamtbild der Epoche geformt. Ihr Fazit: eine gekonnte Rekonstruktion von "Shakespeares ruheloser Welt".

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 16.11.2013

Mit viel Lob bedenkt Christopher Schmidt diese Shakespeare-Monografie von Neil MacGregor. Er hebt hervor, dass der Autor - Leiter des British Museums in London - darin erneut das Verfahren seines Bestsellers "Eine Geschichte der Welt in 100 Objekten" anwendet, Kulturgeschichte anhand von ausgewählten exemplarischen Objekten zu erzählen. Das Ergebnis findet Schmidt faszinierend. Er attestiert MagGregor, Gegenstände zum Sprechen zu bringen, "um die Grenzen zu überwinden zwischen der Bühne und dem wirklichen Leben". Shakespeare und das elisabethanische Zeitalter werden so vor Schmidts Augen lebendig. Deutlich wird für ihn, wie sehr die Welt Shakespeares von Umbrüchen geprägt war und wie sich dies in seinem Theater wiederfand.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 15.11.2013

Christian Thomas hat mit Freude Neil McGregors mit zahlreichen Bildern illustrierten Abriss der Shakespeare-Zeit gelesen, in dem der Direktor des Britischen Museums sich wie mit einem "magischen Navigationsgerät und heftig zitterndem Kompass" durch das Gewühl der Irrungen und Wirrungen des 16. Jahrhunderts schreibt. Der Autor lege dabei ebenso großen Wert auf wichtige Ereignisse wie auf das Charisma und die Bedeutung einzelner damit verbundener Gegenstände, etwa eines Kelchs oder einer Gabel. Der Rezensent lobt den Ansatz des Historikers, der sich nicht davor scheut, das elisabethanische Zeitalter mit all seiner Blutrünstigkeit und Endzeitstimmung zu rekonstruieren und auch das gespannte Verhältnis zwischen England und Irland in den Blick zu nehmen. Von diesem spannenden Überblicksband lässt sich Thomas gerne mitreißen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.10.2013

Rezensent Hubert Spiegel zeigt sich fasziniert von diesem, wie er findet, hübsch ausgestatteten Buch, das den Leser mitnimmt in Shakespeares Welt. Wahrlich mitnimmt, wie Spiegel berückt feststellt. Den Klassiker mit den Augen seiner Zeitgenossen zu sehen, hätte er sich nicht träumen lassen. Neil MacGregor, Direktor des British Museum, macht's möglich. Und er zeigt dem Rezensenten die Menschen im Globe und wie sie lebten, indem er Fundstücke wie Lehrjungen-Mützen oder Gabeln, die man an Ort und Stelle ausgrub, analysiert und kontextualisiert. Für Spiegel eine höchst spannende Angelegenheit, zumal der Autor sein Wissen leicht verständlich präsentiert, wie er uns mitteilt, Forschungsstand und Illustrationen inklusive.
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