Nate Silver

Die Berechnung der Zukunft

Warum die meisten Prognosen falsch sind und manche trotzdem zutreffen
Cover: Die Berechnung der Zukunft
Heyne Verlag, München 2013
ISBN 9783453200487
Gebunden, 654 Seiten, 22,99 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Holger Wolandt und Lotta Rüegger. Nate Silver ist der heimliche Gewinner der amerikanischen Präsidentschaftswahlen 2012: Er hat die Wahlergebnisse aller 50 amerikanischen Bundesstaaten absolut exakt vorausgesagt. Jetzt zeigt Nate Silver, wie seine Prognosen in Zukunft Terroranschläge, Umweltkatastrophen und Finanzkrisen verhindern sollen. Warum werden Wettervorhersagen immer besser, während die Terrorattacken vom 11.09.2001 niemand kommen sah? Warum erkennen Ökonomen eine globale Finanzkrise nicht einmal dann, wenn diese bereits begonnen hat? Das Problem ist nicht der Mangel an Informationen, sondern dass wir die verfügbaren Daten nicht richtig deuten. Zuverlässige Prognosen aber würden uns helfen, Zufälle und Ungewissheiten abzuwehren und unser Schicksal selbst zu bestimmen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 08.10.2013

Ebenso verblüfft wie der Rest der westlichen Welt ist Bernd Graff ganz offenkundig von dem begnadeten Statistiker Nate Silver, der bei der Präsidentschaftswahl 2008 für 49 der 50 Bundesstaaten das richtige Wahlergebnis prognostizierte. Seitdem ist Silver gerade in dem, wie Graff bemerkt, statistikvernarrten Amerika, wo man nach wie vor der Meinung ist, durch genaue Prognosen Katastrophen vorbeugen zu können, unglaublich erfolgreich. Dass Silver nicht den Daten, sondern nur seinem "heiteren, aufgeräumten" Kopf vertraut, damit macht er sich nicht nur Freunde - gerade im rechten Lager. In seinem Buch liest Graff gerne, wie Silver seinen Landsleuten "genüsslich" vorrechnet, wie die Finanzkrise, Hurrican Katrina und der 11. September wenn nicht verhindert, so zumindest besser prognostiziert hätten werden können. Dank Silver, so freut sich der Rezensent, ist Statistik witzig und interessant geworden.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.10.2013

Keine Tipps für Zocker in diesem Buch. Mit dieser Aussage schmälert Rezensent Günter Hack schlagartig die Auflage. Hack schert sich nicht drum und erklärt, der Erfinder des Politikstatistik-Blogs "FiveThirtyEight" entfalte in seinem Buch lieber das Weltbild eines Spielers, sein Weltbild. Nate Silver, ungekrönter Meister der Vorhersagen, legt aber auch die Wurzeln seiner Methodik frei, wie Hack mitteilt, das reicht, um den Leser für Prognosetechnik zu sensibilisieren. Zumal der Autor immer wieder auf seine Biografie zurückkommt und so zumindest die Aufmerksamkeit des Rezensenten ans Buch bindet. Was noch gibt es zu lernen? Zum Beispiel, das Unerfahrenheit ein prima Treiber der Wirtschaft ist. Oder woran Vorhersagen scheitern (an der Nichtbeachtung von sich ändernden System-Parametern). Das ist doch was, meint der Rezensent. Die "creepy" Coolness, mit der Silver die Wahrscheinlichkeit von Terroranschlägen kalkuliert, muss der Rezensent allerdings auch schlucken.
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