Aus dem Englischen von Jochen Schwarzer. Das Buch nimmt die Lesenden mit auf eine Reise durch das viktorianische England und das Japan des 19. Jahrhunderts und es eröffnet Türen in eine ganz andere, seltsame und magische Vergangenheit. London, Oktober 1883. Eines Abends kehrt Thaniel Steepleton, ein einfacher Angestellter im Innenministerium, in seine winzige Londoner Mietwohnung heim. Da findet er auf seinem Kopfkissen eine goldene Taschenuhr. Es ist ihm ein Rätsel, was es mit ihr auf sich hat. Sechs Monate später explodiert im Gebäude von Scotland Yard eine Bombe. Steepleton wurde gerade rechtzeitig gewarnt, weil seine Uhr ein Alarmsignal gab. Nun macht er sich auf die Suche nach dem Uhrmacher und findet Keita Mori, einen freundlichen, aber einsamen Mann aus Japan. So harmlos Mori auch scheint, eine Kette von unheimlichen Ereignissen deutet schon bald darauf hin, dass er etwas zu verbergen hat...
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.12.2021
Rezensent Tilman Spreckelsen staunt, wie Natasha Pulley in ihrem im englischen Original bereits 2015 erschienenen Steampunk-Roman ein Bild des historischen London von 1884 und die Idee der Vervollkommnung durch den Zufall gekonnt in einer Geschichte vereint. Ein synästhetisch begabter Organist und Telegrafist, eine wahrsagende Taschenuhr, Scotland Yard und Tierautomaten treten auf, meint Spreckelsen, der beim Lesen vor lauter Details fast den Faden verliert. Wer in der mit Anachronismen und scheiternden Prophetien spielenden Geschichte ein Androide ist, wer aus Fleisch und Blut, vermag der Rezensent schließlich nicht mehr zu sagen.
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