Naomi Schenck

Mein Großvater stand vorm Fenster und trank Tee Nr. 12

Cover: Mein Großvater stand vorm Fenster und trank Tee Nr. 12
Hanser Berlin, Berlin 2016
ISBN 9783446250789
Gebunden, 336 Seiten, 22,90 EUR

Klappentext

Als der Chemiker Günther Otto Schenck stirbt, hinterlässt er seiner Enkelin Naomi ein ungewöhnliches Erbe: Sie soll seine Biografie schreiben. Naomi hat ihren Großvater geliebt, doch immer war da ein Gefühl, dass nicht alles gut gelaufen war in seinem Leben. Als sie sich auf die Suche macht, entdeckt sie, dass er, der vermeintlich unpolitisch war, 1933 in die SA eintrat. Was bedeutet das? Warum wusste keiner in ihrer Familie davon? Und wie treffen Menschen ihre Lebensentscheidungen? Mit großer Wärme rekonstruiert Naomi Schenck ein Leben im 20. Jahrhundert und formt aus Erinnerungen und Hunderten Geschichten das lebendige Porträt einer bürgerlichen Familie in Deutschland.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.03.2016

Alexander Košenina hat großen Respekt vor Naomi Schencks Versuch, mit dem Verfassen der Biografie des Chemikers Günther Otto Schenck den letzten Willen ihres Großvaters zu erfüllen. Dass die Autorin ihre Recherche, ihre Archivsuche und Gespräche mit Freunden und Familienmitgliedern im Buch thematisiert, macht die Sache für den Rezensenten spannend. Spannend findet Kosenina allerdings auch das Ergebnis. Der Held entpuppt sich als NSDAP-Mitglied und erhält damit eine Ambivalenz, die der Rezensent für repräsentativ hält für die Bildungselite der Kriegsgeneration. Für Kosenina ist das Buch eine literarische Reportage der besonderen Art.

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