Die 16-jährige Espe zieht mit ihren Adoptiveltern und den drei Geschwistern von der Großstadt aufs Land. Doch die Familie findet hier weder Ruhe noch Idylle. Aus heiterem Himmel werden die Eltern verhaftet. Für die vier Jugendlichen beginnt ein Albtraum: Man bringt sie an einen geheimen Ort, wo Polizei und Psychologen sie befragen. Keiner will ihnen sagen, was ihren Eltern vorgeworfen wird. Und warum fühlen sich ihre Erinnerungen plötzlich so unecht an? Auf eigene Faust beginnt Espe, Nachforschungen anzustellen, und kommt einem Geheimnis auf die Spur, das alles infrage stellt, was sie bisher über ihre Eltern und sich selbst zu wissen geglaubt hat.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.05.2024
Ein lesenswertes Jugendbuch zum Thema Identität, vor allem in Verbindung mit Adoption, legt Tobias Elsäßer hier laut Rezensentin Rosalyn Kleutgens vor. Außerdem geht es um unzuverlässige Erinnerungen, und zwar die der sechzehnjährigen Espe, die ein Adoptivkind ist. Die Hauptfigur wird, fährt die Handlungsrekonstruktion fort, aufgrund psychischer Probleme hospitalisiert, die Handlung entfaltet sich in Rückblenden, die mit Espes Leben vor der Adoption, aber auch mit anderen Mitgliedern ihrer Familie zu tun haben. Neben Identitätsfragen behandelt das Buch Kleutgens zufolge eine Reihe weiterer aktueller Themen, wie etwa Spiritualität, und zeichnet gleichzeitig ein authentisches Bild jugendlichen Gefühlslebens. Dass neben Espes auch die Perspektiven ihrer Geschwister in dem Buch aufgegriffen werden, trägt ebenfalls zum Reiz des Buches bei, so die insgesamt angetane Rezensentin.
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