Monique Schwitter

Wenn's schneit beim Krokodil

Erzählungen
Cover: Wenn's schneit beim Krokodil
Droschl Verlag, Graz 2005
ISBN 9783854206941
Gebunden, 177 Seiten, 18,48 EUR

Klappentext

Zwei junge Frauen auf einer Parkbank, eine Rotweinflasche, und zwischen ihnen ein offenes Schweizermesser. Sie denken sich Indianernamen füreinander aus und die Frage "Sag mal, wieviel Erfahrung hast du eigentlich mit Frauen" hängt in der Luft. Oder: Eine Frau kehrt auf Weihnachtsurlaub in die Heimatstadt zurück; diesmal erwartet sie ein anonymer Brief mit einer Verabredung im Zoo, "wenns schneit beim Krokodil, sonst beim Kamel". Alle möglichen Absender passieren vor ihrem inneren Auge Revue und damit auch alles, wofür Heimat steht, ein ganzes "Erinnerungspaket" aus Kindheit, Jugendzimmer, Lehrerin, Männern. Oder: Eine Autofahrt mit einem fremden Mann in einem fremden Land, sie fotografiert durch die verschmierte Scheibe die Straße voller plattgefahrener Tiere, "soundsoviel Katzen, Frösche, Füchse, Marder, Vögel".

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 27.10.2005

Samuel Moser fühlte sich irritiert, dass Monique Schwitter in ihrem Erzählband "Wenn?s schneit beim Krokodil" auf das Kunstprinzip Apathie setzt. Nur aus dem Mangel an Emphase lässt sich auf die Heftigkeit der Affekte schließen, gemäß dem vom Rezensenten gleich am Ende des ersten Absatzes aufgestellten Grundsatz: "Texte sind Spiegel, in denen nicht das zu sehen ist, was sich in ihnen spiegelt." Schwitters Geschichten, schreibt Moser, "geben niemals Ruhe". Das hat den Rezensenten spürbar beeindruckt; die Irritation, die er empfunden hat, teilt sich auch dem Leser seiner Kritik mit, die verschwiegene Aura des Geheimnisvollen, auch Unbarmherzigen. Im "Mützenmärchen" kommt zusammen, was das Thema aller Erzählungen des Bandes ist: als "grandioses Spiel" mit den Motiven "Täuschung, Spiegel und Glas" würdigt sie der Rezensent.
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