Ein neuer, erhellender Blick auf die Geschichte Lateinamerikas - erklärt und erzählt von den Autoren des Kontinents. Geschrieben von Michi Strausfeld, die für den Boom der lateinamerikanischen Literatur in Deutschland seit den 1970er Jahren maßgeblich verantwortlich ist. Und ergänzt mit persönlichen Porträts der führenden Autoren, die sie alle kannte.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 24.01.2020
Rezensent Sebastian Schoepp respektiert die Zurückhaltung und Neigung zum Anekdotischen in den Erinnerungen der Suhrkamp- und Fischer-Lektorin Michi Strausfeld, die uns die lateinamerikanische Literatur brachte. Auch wenn er oft gern mehr erfahren hätte über das Denken und Schreiben der berühmten Autoren von Vargas Llosa bis Onetti, die Strausfeld zu ihren Freunden zählt, sieht er der Autorin die Dezenz gern nach. Etwas besser versteht er Lateinamerika nach der Lektüre allemal, da lateinamerikanische Literatur nie unpolitisch ist, wie Strausfeld dem Rezensenten glaubhaft vermittelt. Lateinamerika durch die Augen seiner Autoren, wie es Strausfeld erzählt - für Schoepp ein farbiger, faszinierender Blick, anekdoten- und zitatreich.
Marko Martin empfiehlt das Buch von Michi Strausfeld als Wegweiser durch den Dschungel der lateinamerikanischen und karibischen Literatur und ihrer AutorInnen. Die Kulturgeschichte besticht laut Rezensent durch die Sachkennntnis der ehemaligen Suhrkamp-Lektorin Strausfeld, durch analytische Kraft und Lesbarkeit. Nicht nur widmet die Autorin den Ländern einzelne Kapitel, erklärt Martin, sie zeichnet auch Autobiografien nach, bietet kulturhistorische wie politische Hintergrundinformationen und macht den Leser neugierig auf Inhalte, sowohl fiktionaler Texte als auch der "Cronicas". Dass Strausfeld das Thema linke Repression meidet, findet Martin allerdings irritierend. Ein blinder Fleck in einem ansonsten augenöffnenden Buch, meint er.
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