Aus dem Französischen von Franziska Humphreys-Schottmann. Michel Foucault spricht hier auf gänzlich unpathetische Weise über das intime Verhältnis von Schreiben und Tod, die Verwandtschaft von Literatur und Chirurgie und die biografischen Triebfedern seines Werks. Kurz nach dem Erscheinen von "Die Ordnung der Dinge" reflektiert er seine eigene Suche nach dem Wesen der Sprache und dem Wert der Worte, denen der Diskurs der Medizin, der Diskurs seiner Kindheit, keinerlei Bedeutung zumisst. Dagegen setzt er seine eigene Arbeit an der Sprache, die schreibend ihren diagnostischen Blick auf die Wahrheit entfalten will. In einer Art Vivisektion am eigenen Leib legt Foucault die Nahtstellen von philosophischer und sprachlicher Erarbeitung bloß und präpariert die Nervenbahnen eines Schaffens heraus, das sich gerade erst formt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.08.2012
Nicht bloß schöne Sätze entdeckt Dieter Thomä in dem nun auf Deutsch erscheinenden Gesprächsband, in dem Foucault auspackt, der ihn noch einmal zum Funkeln bringt, wie Thomä es überrascht ausdrückt. Tatsächlich präsentiert ihm der Band einen Foucault auf den Fährten seiner Herkunft, Spuren zum Vater, dem Chirurgen. Offen wie nie, so Thomä, unternimmt der Autor die Selbstanalyse, erschließt sich Schreibhaltung und Selbstverständnis als Theoretiker im Rückgriff auf Kindheit und Jugend. Der Rezensent erkennt: Foucaults Hinwendung zum Schreiben war Selbstüberwindung. Im Schreiben jedoch blieb seine Herkunft immer präsent, war er Arzt und Diagnostiker.
Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Karl Ove Knausgard: Arendal Aus dem Norwegischen von Paul Berf. Wo ist dein Platz im Leben? Wohin gehörst du? Wo liegen deine wahren Gefühle?Wir schreiben das Jahr 1976. Syvert Løyning ist nach einer…