Michael Wolff

Unter Beschuss

Trumps Kampf im Weißen Haus
Cover: Unter Beschuss
Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 2019
ISBN 9783498001094
Gebunden, 480 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von verschiedenen ÜbersetzerInnen. In "Feuer und Zorn" hatte Michael Wolff die chaotischen ersten Monate von Donald Trumps Präsidentschaft dokumentiert. Nun ist die Lage ganz anders: Trump hat die fähigsten Berater entlassen, die Weltmacht USA ist endgültig seinen impulsiven Instinkten unterworfen. Gleichzeitig ist er unter Beschuss, von Freund und Feind, von seiner radikalen Basis und dem politischen Establishment in Washington. Wolff schildert in seinem packenden neuen Buch einen amerikanischen Präsidenten, der sich permanent verfolgt fühlt und der sich dabei immer wieder an den Rand der Selbstzerstörung bringt: einen Trump, der rasend ums politische Überleben kämpft. Wolffs Buch ist eine Tragikkomödie und ein großes politisches Drama. Er macht deutlich, wie sehr die amerikanische Außenpolitik mit den Geschäftsinteressen seines Schwiegersohns verquickt ist und warum Trump dem Sonderermittler Robert Mueller noch einmal entkommen konnte; dass Trump Nordkorea nicht auf der Karte finden könnte und Melania wieder bei ihren Eltern wohnt. Und im Zentrum von allem ein Weißes Haus, in dem jeder gegen jeden steht - und alle sich fragen: Wann fliegt uns das hier um die Ohren?

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.07.2019

Auch Rezensent Oliver Kühn kann mit dem zweiten Teil von Michael Wolffs Trump-Enthüllungen nicht viel anfangen. Das liegt zum einen daran, dass nicht nur Wolff, sondern auch viele seiner Informanten, darunter allen voran Steve Bannon, längst von Trump geschasst wurden und dementsprechend kaum Informationen aus erster Hand liefern können, erklärt der Kritiker. So liest er hier allerhand Gerüchte, etwa, dass Trump keine Treppen hinuntergehen könne oder alle Menschen um ihn herum beleidige. Zum anderen stören Kühn die vielen "Ferndiagnosen" des Autors über den Geisteszustand des Präsidenten. "Substantiell Neues" erfährt man hier nicht, schließt er.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.06.2019

So viel vorweg: "Unter Beschuss" enthält ebenso wie der Vorgänger "Feuer und Zorn" einiges an Ungeheuerlichkeiten und Grotesken aus dem Weißen Haus, versichert Rezensent Matthias Kolb: Allein noch einmal nachzulesen, dass Trumps Briefing vor dem Gipfeltreffen mit Putin nur eine Seite umfasste, weil der amerikanische Präsident lieber Golf in Schottland spielen wollte, verschlägt dem Kritiker den Atem. Auch weitere Indiskretionen und Urteile aus Trumps Umfeld liest der Rezensent mit Interesse. Davon abgesehen kann er dem erneuten Live-Bericht über die zweite Amtszeit nicht viel abgewinnen: Neben allerhand redundanten Details mangelt es dem Buch an Wissen aus erster Hand, moniert der Kritiker: Als Stephen Bannon noch Topberater von Trump war, hatte auch Wolff direkten Zugang zum Weißen Haus. Nun verlässt sich der Autor vor allem auf Bannons Einschätzungen, hinterfragt aber weder die Informationen noch den Berichterstatter besonders kritisch, ärgert sich Kolb. Und von den faktischen Fehlern in diesem Buch möchte der Kritiker gar nicht erst anfangen. Aktuell, aber "schlampig", so sein abschließendes Urteil.

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