Aus dem Amerikanischen von Eva Leipprand. Wenn Menschen sich das Paradies vorstellen, gleicht es meist einem Garten. Gärten verkörpern Fülle und Fruchtbarkeit, sie sind Orte der Entspannung und der Fantasie. Doch manchmal droht auch hier Ungemach, durchpflügen kleine Nager das so sorgsam geschaffene Idyll, findet der Giersch seinen Weg ins Blumenbeet oder der Frost schaut schon im September vorbei. Mit viel Humor erzählt Michael Pollan aus seinem Leben als Gärtner, von den vielen kleinen Erfolgen und Misserfolgen, von der politischen Dimension des Bäumepflanzens oder Sinn und Unsinn des Rasenmähens. "Meine zweite Natur" ist ein Grenzgänger, eine Mischung aus Belletristik, Autobiografie und Kulturgeschichte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.08.2014
Kommt und seht die Welt als Garten! Rezensent Dieter Wieland folgt dieser Einladung des Gartenphilosophen und Hobbygärtners Michael Pollan mit Freude. Das liegt an Pollans ironischem Umgang mit seinem Grünen Daumen, der auch Misserfolge nicht verschweigt und nicht Garten konforme Insekten und Murmeltiere in sein Verständnis vom eigenen Garten inkludiert. Dass der Autor sich auch mit Emerson und Thoreau auskennt und das als blitzgescheiter Essayist in sein Buch einfließen lässt, macht die Lektüre für Wieland reicher. Was sich gegen die Hochglanzgartenwelt ausrichten lässt, lernt er so mit viel Genuss. Fragt sich nur, wieso ein derart kluges Buch über 20 Jahre lang unübersetzt blieb.
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