Christa Müller (Hg.)

Urban Gardening

Über die Rückkehr der Gärten in die Stadt
Cover: Urban Gardening
oekom Verlag, München 2011
ISBN 9783865812445
Gebunden, 320 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Mitten in der Stadt wachsen Salat und Karotten, Tomaten und Kartoffeln: In den "Prinzessinnengärten" in Berlin-Kreuzberg wird Bio-Gemüse für den Eigenbedarf angebaut. In den "Münchener Krautgärten" hacken und pflegen begeisterte Freizeitgärtner ihre Parzellen, um endlich selbst produzierte Lebensmittel zu ernten. Jenseits der Schrebergartenkultur entsteht eine neue Gartenkultur in der Stadt: Urbane Landwirtschaft ist in! Ob Interkulturelle Gärten, Kiezgärten, Gemeinschaftsgärten oder Guerilla Gardening: Freiflächen im urbanen Raum werden zu Nutzgärten und ermöglichen es so auch Menschen mit geringem Einkommen, sich mit gesunden Lebensmitteln zu versorgen. Und der neue Trend zum städtischen Grün hat erhebliche positive Nebeneffekte: Urbane Gärten wirken klimatisch aus gleichend, bringen Menschen verschiedener Kulturen zusammen, fördern den Gemeinsinn und sparen Energie und Treibhausgase ein. Sie sind Vorreiter eines neuen Urbanitätsverständnisses, indem sie die Trennung von Stadt und Land hinterfragen und die industrialisierte Nahrungsmittelproduktion zur Diskussion stellen. Die Autorinnen und Autoren präsentieren verschiedene Gartenprojekte, stellen deren häufig junge Protagonisten vor und beschreiben die jeweiligen Hintergründe, Ziele und Erfolge. Der umfassende Blick auf die neue Gartenbewegung!

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.05.2011

Der Professor für interdisziplinäre Stadtforschung Gerhard Vinken hat gefesselt den Sammelband zum Gartenbau in der Stadt gelesen, dem er großen Informationswert zuerkennt. In einem ersten Teil wird "Urban Gardening" als Gegenwartsphänomen in den Blick genommen, und dann das urbane Gärtnern historisch untersucht, erfahren wir. In unterschiedlichen sozialen Milieus und geografisch-politischen Kontexten kommen dem städtischen Gartenbau ganz verschiedene Funktionen zu, von der Notwendigkeit der Selbstversorgung in der krisenhaften Planwirtschaft auf Kuba bis zu den Gärten mitten in New York, die eher eine Form des Lifestyles sind und denen ein Antiglobalisierungsimpuls innewohnt, wie der Rezensent bemerkt. Deshalb findet er es auch ein bisschen befremdlich, dass in dem Band beispielsweise Nutzgärten in den Favelas in Rio de Janeiro den New Yorker Gärten gegenübergestellt werden. Er findet den Sammelband sehr lesenswert, will es aber dahingestellt lassen, ob das so unterschiedlichen Zwecken geschuldete urbane Gärtnern wirklich ein "starker Indikator für soziale Veränderungen und ein neues politisches Bewusstsein" gewertet werden kann, wie der Tenor des Bandes lautet.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 02.04.2011

Angetan zeigt sich Rezensentin Ute Scheub von diesem Sammelband über die "Rückkehr der Gärten in die Stadt". Der von der Soziologin Christa Müller herausgegebene Band bietet für sie in 22 Beiträgen einen hervorragenden Überblick über das Phänomen des Urban Gardening. Die Autoren und Autorinnen legen nach Ansicht Scheubs die politische Dimension dieses als "partizipativ und gemeinschaftsorientiert" verstandenen Trends überzeugend dar. Sie hebt u.a. den Aufsatz von Cordula Kropp über den historischen Wandel der städtischen Gärtnern hervor sowie den von Niko Paech, der in der urbanen Selbstversorgung einen "wichtigen Beitrag zur Postwachstumsökonomie" erkennt. Neben Theorie findet sie in dem Band auch praktische Schilderungen von Gemeinschaftsprojekten sowie zahlreiche Fotos.
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