Michael Knoche

Die Bibliothek brennt

Ein Bericht aus Weimar
Cover: Die Bibliothek brennt
Wallstein Verlag, Göttingen 2006
ISBN 9783835300880
Gebunden, 144 Seiten, 16,00 EUR

Klappentext

35 Kunstwerke und 50.000 Bände vor allem des 17. und 18. Jahrhunderts werden vernichtet, weitere 62.000 Bücher zum Teil stark beschädigt. Das Bibliotheksgebäude, das zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, ist schwer in Mitleidenschaft gezogen. Nur wenige Wochen später hätte das Haus für die geplante Totalsanierung geräumt werden sollen: Das Unglück platzte mitten in die Vorbereitungen für den Umzug in das neue Studienzentrum. Was folgte, war eine beispiellose Welle der Hilfsbereitschaft: In den folgenden Wochen gingen mehr als 10 Millionen Euro allein an privaten Spenden ein. Michael Knoche schildert die Ereignisse aus seiner Sicht als Bibliotheksdirektor chronologisch vom Tag des Brandes bis zur Eröffnung des neuen Studienzentrums am 4. Februar 2005. Exkurse geben Hintergrundinformationen zur Geschichte der Bibliothek und zur Arbeitsweise der Weimarer Forschungsbibliothek.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.10.2006

Stefan Laube sieht in diesem Buch mehr als eine Dankschrift an alle, die nach dem Brand in der Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek zu Weimar geholfen haben. Als Reportage aus erster Hand erscheint ihm das Buch um so fesselnder, weil der Autor (und Direktor der Bibliothek) Michael Knoche so erfrischend ungeschwätzig ist. Gelockert sieht Laube die Sachlichkeit allenfalls durch komische Momente, wenn "die unscheinbare Menschennatur" Knoches sich der Medienwelt stellt. Besser gefällt ihm Knoche jedoch in seinem Element. Die den "Augenzeugenbericht" unterbrechenden "komprimierten" Exkurse über Architektur- und Bibliotheksgeschichte, über Literatur natürlich auch, stören ihn ganz und gar nicht. Im Gegenteil münden sie in eine "objektive Selbstkritik" (mangelnder Brandschutz!), die Laube Respekt einflößt und zugleich ennerviert, weil man dann allzu schnell in den "Sumpf der Strukturen" der Stiftung Weimarer Klassik gerät.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.09.2006

Beeindruckt zeigt sich der Rezensent Heinrich Wefing von diesem Bericht Michael Knoches, des Leiters der Anna Amalia Bibliothek in Weimar, über deren Brand vor zwei Jahren. Wefing vergegenwärtigt sich und dem Leser noch einmal das ganze Ausmaß der Katastrophe - und staunt umso mehr über die Zurückhaltung, die sich Knoche selbst auferlegt. Weder "Emotionen" noch "Pathos" bestimmen die Erinnerung an den Abend des Brandes - mit der spontanen Hilfe, die in ungeheurem Ausmaß sofort eintraf - sowie die Folgemonate. Nüchtern skizziert Knoche, wird kaum je persönlich. Umso lehrreicher ist das Buch, stellt Wefing fest, man lernt nicht nur etwas über Bibliotheken, sondern auch über "Brandkunde und Nachbarwissenschaften". Ein beträchtliches Vergnügen hat dem Rezensenten aber auch der befremdete Bericht des Autors über das Innenleben von Massenmedien und Wirtschaftslenkern bereitet, mit dem er sich im Zuge seiner Werbung um Spendengelder konfrontiert sah.
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