Herausgegeben im Auftrag der Deutschen Literaturkonferenz. "Sie wissen, wie man einen Titel kalkuliert und auf welche Weise der Deckungsbeitrag gerechnet wird. Sie sind mit dem kaufmännischen Handwerkszeug für die tägliche Lektoratsarbeit vertraut. Jetzt möchten Sie mehr Sicherheit gewinnen in der Diskussion um Kosten- und Ergebnistreiber, Cashflow und Lagerkosten." In Seminaren des deutschen Buchhandels werden Kurse für Lektorinnen und Lektoren angeboten, in denen man sich mit "Instrumenten zur Kontrolle von Verlagsaufgaben" beschäftigt, mit denen "die fachliche Kompetenz des Lektors" ergänzt werden soll. Worin aber besteht diese "fachliche Kompetenz"? Was macht den Kern der Arbeit eines Lektors aus? Mit welchen Maßstäben beurteilt er Texte? Wann entstand überhaupt diese Profession und welchen Veränderungen unterlag dieses Berufsbild seitdem? - Neun Lektoren berichten in diesem Band über ihr Selbstverständnis, ihre Einschätzung der gegenwärtigen Rolle des Lektors im Literaturverlag und die Zukunftsaussichten ihres Berufs. Der Band enthält Beiträge von Thorsten Ahrend, Momo Evers, Ekkehard Faude, Gunther Nickel, Katharina Raabe, Hans-Ulrich Müller-Schwefe, Denis Scheck und Dieter Wellershoff.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 02.10.2006
Durchaus ambivalent wirkt der von Gunther Nickel herausgegebene Sammelband "Krise des Lektorats?" auf Rezensent Andreas Dorschel. Zwar scheinen ihm die Beiträge diverser Lektorinnen und Lektoren durchaus gelungen, informativ und lesenwert. Die meisten Texte lobt er gar als "höchst lebendige Erfahrungsberichte". Aber schmerzlich vermisst er eine Auseinandersetzung mit der "Krise", von der im Titel des Bandes die Rede ist, eine vom Krisenbegriff geleitete Analyse des Berufsstandes. Nur in einigen wenigen Beiträgen findet er dazu ein paar magere Bemerkungen, die seines Erachtens allerdings nichts Substanzielles bringen und wie pflichtgemäß abgeliefert anmuten.
Lena Schätte: Das Schwarz an den Händen meines Vaters Motte wird sie von ihrem Vater genannt. Eigentlich hat sie sogar zwei Väter: den einen, der schnell rennen kann und sich auf alle Fragen eine Antwort ausdenkt. Und den anderen,… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Angelika Klüssendorf: Trost 2022. Angelika Klüssendorf erzählt von Liebe, Entzweiung und der Sehnsucht nach Zugehörigkeit. Rita, Meisterin darin, sich in die falschen Männer zu verlieben, fällt plötzlich…