"Weisheit" ist ein Begriff, mit dem die westliche Philosophie heute wenig anfangen kann, und doch waren es die Gründerväter auch der westlichen Philosophie, allen voran Sokrates, die sich mit der "Weisheit" beschäftigt haben. Immer geht es ihnen darum, das Leben zu ändern und dem Getriebe unserer Welt, die wir heute als kapitalistisch bezeichnen, zu entkommen. Michael Hampe und Kai Marchal unternehmen nun zusammen mit anderen Wissenschaftler:innen und Poet:innen den Versuch, Konzepte von Weisheit - seien sie theoretisch, narrativ, poetisch, kontemplativ oder meditativ - näher zu bestimmen und zu vermitteln.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 19.10.2021
Dieser Band lässt den Kritiker Johan Schloemann beeindruckt und ratlos zugleich zurück. Der in Zürich lehrende Philosoph Michael Hampe und sein in Taipeh lehrender Kollege Kai Marchal versammeln darin neun Versuche, asiatische Weisheitslehren mit europäischen Traditionen der Sorge um das Selbst zu verbinden. Die Mischung aus Erfahrung und Analyse in diesem Band kann Schloemann gut verkraften, aber mitunter kippt die Erhabenheit dieses Weisheitsprojekts ins Komische, wie er angesichts mancher Achtsamkeitsrhetorik streng moniert. Immerhin verdankt er dem Band eine sehr poetische Aufzählung all der Dinge, die einen Menschen auch allein glücklich machen und die von dem chinesischen Dichter Chen Jiru aus der Ming-Zeit stammt. Dazu gehören dem Klang des Regens lauschen, den Tuschstein waschen, Wein probieren, Kerben in den Bambus schneiden und die Kraniche füttern.
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