Michael G. Fritz

Die Rivalen

Roman
Cover: Die Rivalen
Mitteldeutscher Verlag, Halle 2007
ISBN 9783898124386
Kartoniert, 160 Seiten, 16,00 EUR

Klappentext

Albert, der Erzähler, entdeckt im Feierabendgedränge auf der Berliner Friedrichstraße zufällig einen Mann, in dem er seinen Jugendfreund Wilhelm erkennt. Mehr als 30 Jahre liegt es zurück, dass beide Blutsbrüderschaft geschlossen haben. Sie waren Rivalen im Wettkampf um das Mädchen Bettina. Wilhelm, der Wendigere und Entschlossenere von beiden, gewinnt sie schließlich. Albert, der Vorsichtigere und Zurückhaltendere, ist ein einziges Mal unvorsichtig, als er von Wilhelms tschechischen Zeitschriften und Flugblättern erzählt. Es ist das Jahr der Niederschlagung des Prager Frühlings. Alberts Erinnerung an seinen Verrat lässt ihn nun - Jahrzehnte später - Wilhelm in der Friedrichstraße aus dem Weg gehen. Er beginnt Nachforschungen und entdeckt, dass der Jugendfreund Schriftsteller geworden ist. Hat Wilhelm über den Freund geschrieben? Die Ungewissheit wirft ihn aus der Bahn. Als seine Frau Karola ihre Galerie mit Schriftstellerlesungen ankurbeln will, lädt sie Wilhelm ein. Wieder sind Albert und Wilhelm zu Rivalen geworden. Diesmal um Karola.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 01.08.2007

Rezensent Udo Scheer kommt angesichts dieser "wunderbar atmosphärisch erzählten Jugend im Märkischen Sand" und ihrer eher verstörenden Wirkung auf die Gegenwart aus dem Schwärmen nicht mehr heraus. Für ihn ist der Autor Michael G. Fritz ein "Meister im Entblättern der dunklen Seiten unserer Psyche", der aus seinem erinnerungsintensiven Material eine "leicht daherkommende Geschichte mit Tiefgang" erschaffe. Scheer entdeckt "großartig fabulierte, am ehesten mit dem frühen Grass vergleichbare Erzählbögen" und elegante Irritationen, beispielsweise bei der Schilderung einer Verhörszene. Nebenbei gelingen dem Autor noch unterhaltsame Seitenhiebe auf den Literaturbetrieb, wie der Rezensent mit Genugtuung bemerkt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.07.2007

Christian Schärf liest diesen Roman von Michael G. Fritz als Metapher auf deutsch-deutsche Verhältnisse zwischen 1968 und heute. Nicht ungewöhnlich erscheint ihm die Dreiecksgeschichte mit dem Odeur von DDR-Deo und Stasi-Verwicklungen. Sprachlich, findet er, trumpft der Text allerdings derart auf, dass Schärf ihm sofort alle Leser der Welt wünscht. Mit ein bisschen Konzentration genießt er die auf mehreren Zeitebenen und Schauplätzen angesiedelte Story fast als Gedicht: Kompositorisch, musikalisch und sprachbildnerisch groß. Und doch realistisch, wie Schärf insistiert, indem sie dem Leser diesen speziellen Vorstellungsraum erschließt.
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