Aus dem Amerikanischen von Matthias Hüttmann, Tatjana Abarzua und Herbert Eppel. Recyceln. Weniger Fliegen. Weniger Fleisch essen. Das sind nur einige der Maßnahmen, von denen uns gesagt wurde, dass sie den Klimawandel verlangsamen können. Aber die übermäßige Betonung des individuellen Verhaltens ist das Ergebnis einer Marketingkampagne, die es geschafft hat, die Verantwortung für die Bewältigung des drohenden Klimawandels vollständig auf die Schultern des Einzelnen zu legen. Die Unternehmen der fossilen Brennstoffindustrie sind dem Beispiel anderer Branchen gefolgt, die ebenso die Schuld von sich weisen - man denke nur an "Waffen töten keine Menschen, Menschen töten Menschen" - oder an das Greenwashing der Getränkeindustrie mit der "Crying Indian" Kampagne in den 1970er Jahren. Gleichzeitig blockieren sie Bemühungen, den Ausstoß von Kohlenstoffdioxid zu regulieren oder zu bepreisen. Sie führen PR-Kampagnen durch, die darauf abzielen, praktikable Alternativen zu diskreditieren. Und sie entziehen sich ihrer Verantwortung, das von ihnen geschaffene Problem zu lösen. Das Ergebnis ist für unseren Planeten verheerend.
Rezensentin Sandra Pfister empfiehlt Michael E. Manns Buch über die Taktiken der mächtigen Klimazerstörer, die Kohle-, Öl- und Gaskonzerne, Russland und Saudi-Arabien, auch wenn der Autor vor allem die USA in den Blick nimmt. Wie Mann bekannte Klimawandel-Narrative, etwa den über die Verantwortung des Einzelnen und den CO2-Fußabdruck, hinterfragt und als Ablenkungsmanöver der wahren "Schädlinge" demaskiert, findet sie allemal lesenswert, zumal der Autor wissenschaftlich fundiert und unterhaltsam zugleich schreiben kann, wie sie meint.
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