In der Arbeitswelt Erfolg zu haben verlangt, sich rational und ehrgeizig zu verausgaben. Die Sinnfragen bleiben zu Hause, Eigensinn und Ideale schleifen sich ab. Die Industriegesellschaft kann Menschen zu charakterlosen Funktionären machen. Sie leiten dann mit derselben stummen Professionalität eine Schule oder eine "Investmentbank", stellen ebenso fleißig und loyal Bücher oder Bomben her. Wie sind unsere Arbeitswelten entstanden - und wie funktionieren sie? Warum fasziniert, fesselt und verdummt uns der Ehrgeiz?
Auch wenn Aleida Assmann feststellt, dass in Michael Andricks moralischer "Philippika" gegen das neoliberale und für ein autonomes Subjekt die soziale Dimension des Seins etwas auf der Strecke bleibt, findet sie Andricks "Kampfrede" wichtig und gelungen durch eine jargonfreie Sprache, einen unter die Haut gehenden, persönlichen Ton und Andricks Ausgriffe in die kritische Theorie Hannah Arendts, Theodor W. Adornos und Siegfried Kracauers. Was den Menschen in die Anpassung und die Unfreiheit des Betriebs treibt und wie er sich daraus befreien kann (Lebensweg statt Karriereweg!), erfährt Assmann vom Autor.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 06.04.2020
Eike Gebhardt empfiehlt das Buch des Philosophen und Managers Michael Andrick. Mit Andrick lernt Gebhardt, was uns zu Funktionären des Erfolgs macht und was alternative Sinngebungen und Identitäten unter sich begräbt: das Diktat der Marktwirtschaft. Das Buch erscheint dem Rezensenten als psychologische Diagnose und Plädoyer zur Umwertung der Werte. Die Lektüre versetzte uns laut Gebhardt idealerweise in die Lage, der von außen auferlegten Selbstoptimierung zu entsagen und uns nach Alternativen umzusehen.
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