Deutschland 1992. Im deutsch-polnischen Grenzgebiet fallen in den frühen Morgenstunden plötzlich Schüsse. Zwei Menschen sterben im Weizenfeld. Mord oder fahrlässige Tötung? Erst Jahre später kommt es zur Gerichtsverhandlung. Die Schützen werden freigesprochen. Der Dokumentarfilm "Revision" ist die filmische Untersuchung der damaligen Opfer- und Täterperspektiven. Merle Krögers Roman "Grenzfall" geht noch einen Schritt weiter. Im ersten Teil zoomt sie sich literarisch an die handelnden Personen des Dramas im Grenzgebiet heran, im zweiten Teil, der heute spielt, schreibt sie die fiktive Geschichte der Kinder der Erschossenen und verstrickt sie ein weiteres Mal in einen Kriminalfall, der die Grenzen der europäischen Rechtsauffassung scharf ins Bild rückt.
Im Perlentaucher:
Komposition für dreizehn Windräder
"Grenzfall" ist vielleicht der beste deutsche Krimi des Jahres. Die Geschichte beginnt im Frühsommer 1992, zu Beginn jener finsteren Zeit, als der Mob gegen die Zuwanderung tobte, Flüchtlingsunterkünfte und türkische Wohnhäuser in Brand steckte und schließlich erreichte, dass das Asylrecht abgeschafft wurde. Thekla Dannenberg in Mord und Ratschlag
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 21.11.2012
Nicht enthusiastisch, aber durchaus wohlwollend bespricht Sylvia Staude diesen Krimi der Autorin und Filmemacherin Merle Kröger. Kröger lässt darin ihre Hauptfigur Mattie Junghans den Tod zweier rumänischer Flüchtlinge ermitteln, die zwanzig Jahre zuvor von Jägern getötet wurden. Und zwar gegen die lokale NPD, ihre fremdenfeindliches Milieu und den desinteressierten Mainstream. Staude findet Krögers Erzählung zwar manchmal etwas unübersichtlich, bemerkt aber sehr positiv, dass die Autorin nie in Schwarzweiß-Denken verfällt.
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