Melissa Febos

The Dry Season

Was ich in einem Jahr ohne Sex über Liebe und Begehren gelernt habe
Cover: The Dry Season
Eichborn Verlag, Köln 2026
ISBN 9783847902287
Gebunden, 368 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Eva Bonné. Wie gelingt es, sich selbst nicht in der Liebe zu verlieren?Nach dem Ende einer katastrophalen zweijährigen Beziehung beschließt Melissa Febos, dass sich etwas ändern muss: Ein Jahr will sie auf Dating und Sex verzichten. Was für andere nach einer kurzen Zeit klingt, ist für Febos, die seit ihrer Jugend von einer Beziehung in die nächste gerutscht ist, alles andere als das. Zu diesem Zeitpunkt ahnt sie nicht, dass die folgenden zwölf Monate zu den erfülltesten und sinnlichsten ihres Lebens werden sollten. In The Dry Season erzählt die Autorin und Essayistin, wie das Alleinsein ihre Sicht auf Liebe und Sex grundlegend verändert hat. Im Dialog mit Frauen aus der Menschheitsgeschichte - von Sappho über Hildegard von Bingen und die Beginen bis Virginia Woolf und Octavia Butler - stellt Febos ihre eigene Geschichte in eine neue Reihe von Vorbildern, die ihren Ambitionen und Idealen nachgehen, ohne sich dafür zu rechtfertigen. Und sie zeigt, wie unser Leben aussehen könnte, wenn wir aufhören, es an dem Wunsch auszurichten, begehrt zu werden.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 14.03.2026

Über den Wert des Verzichts lernt Rezensentin Aurelie von Blazekovic einiges bei der Lektüre des Buches. Die Autorin Melissa Febos hat ein Jahr lang auf Sex verzichtet, und zwar nicht aufgrund des gesellschaftlichen Drucks der Übersexualisierung, sondern aus inneren Beweggründen heraus, um sich den Ansprüchen, die Sex an sie stellt, zu entziehen. Febos begibt sich bei der Gelegenheit auf eine Recherchereise über weibliche Enthaltsamkeit, besonders ist sie von Nonnen fasziniert, die bereits im Mittelalter Wege finden, als Frauen ein selbstbestimmtes und trotz Verzicht auf Sex keineswegs zwingend lustbefreites Leben zu führen. Auch spätere feministische Debatten um Sexverzicht interessieren Febos, die herausfindet, dass Enthaltsamkeit keineswegs Einsamkeit und Kapitulation bedeutet - sondern ganz im Gegenteil Voraussetzung sein kann für produktive Kämpfe. Blazekovic scheint dieses Buch, das sie deutlich lieber liest als viele deutsche Veröffentlichung zum Thema Sex und Enthaltsamkeit, viel abgewinnen zu können.

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