Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Michaela Grabinger. In schöner Regelmäßigkeit kommen Amy, Roberta, Jill und Karen im "Golden Horn", ihrem Stammlokal und Zufluchtsort im hektischen New Yorker Alltag, zusammen. Alle sind sie Mütter, Anfang vierzig und jede von ihnen kann ein Lied davon singen, wie es ist, wenn sich die Rückkehr in den Beruf als schwieriger erweist als gedacht. Trotz der besten Ausbildung. Und so plagen Amy Geldsorgen, Jills Doktorarbeit liegt auf Eis, und Roberta, die früher mal Künstlerin war, begnügt sich mit Bastelnachmittagen in der Grundschule. Allein Karen geht gelegentlich zu Vorstellungsgesprächen, allerdings vor allem, um im Training zu bleiben. Doch während ihre Kinder mit jedem Tag selbstständiger werden, müssen die vier neue Perspektiven finden. Zum Glück haben sie einander. Und das "Golden Horn".

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 22.10.2019

Besonders tiefschürfend scheint Meg Wolitzers Roman über junge Mütter aus dem gehobenen New York der Nullerjahre nicht zu sein. Rezensentin Sonja Hartl jedenfalls beschreibt die hier versammelten Porträts der vier Frauen, die nach zehn Jahren Babypause mit der Frage ringen, ob sie wieder arbeiten gehen sollen, als humorvoll und präzise. Viel erfährt man jedoch nicht. Hartl mag nichts Schlechtes über den 2008 erschienenen Roman sagen, lässt aber durchblicken, dass Wolitzers Schreiben über Mutterschaft heute nicht mehr als radikal oder mutig durchgehen könnte.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 15.10.2019

Schön irritiert beendet Judith von Sternburg die Lektüre von Meg Wolitzers Roman aus dem 2008, der von vier Müttern im New York der Nullerjahre erzählt. Zum einen staunt die Rezensentin, wie weit weg zehn Jahre liegen können (der 11. September ist noch präsent, die Finanzkrise noch nicht ausgebrochen, von Donald Trump ganz zu schweigen). Sternburg fällt auch die Ironiefreiheit jener Jahre auf, die Enge des Denkens und manch deprimierender Stand im feministischen Denken. In welch klarer Sprache Wolitzer allerdings das moderne Leben von Akademikerinnen in jener Zeit schildert, imponiert der Kritikerin ungemein, und die Kälte im Blick der Autorin, gefällt ihr auch.