Aus dem Amerikanischen von von Michaela Grabinger. Dottie Engels ist alleinerziehende Mutter - und im Amerika der Siebzigerjahre ein Star am Comedian-Himmel. Sie hat sich selbst zur Marke gemacht, reißt auf der Bühne Witze über ihr Übergewicht und ist damit zum Publikumsliebling avanciert. Ihre Töchter Opal, 11 Jahre alt, und Erica, 16, sehen ihre Mutter, die zwischen Las Vegas, L. A. und ihrem Zuhause in New York hin und her jettet, häufiger im Fernsehen als im echten Leben. Für beide ist es nicht leicht, einzig am Rande des Glamourdaseins ihrer Mutter vorzukommen: Vor allem Erica reagiert mehr und mehr mit Ablehnung auf Dottie. Und während Opal und sie ihren Weg zu finden suchen, gerät Dotties Karriere auf den absteigenden Ast. Die miteinander fremdelnden Schwestern müssen zusammenhalten, um die Krise ihrer Mutter und der ganzen Familie zu bewältigen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 23.12.2020
Rezensentin Marlene Knobloch warnt davor, Meg Wolitzers im Original 1989 erschienenen Roman um eine alleinerziehende Mutter und ihre drei Töchter als "Chick-Lit" abzukanzeln. Viel zu genau, dabei leise, subtil komisch, ohne Hang zur Tragödie erzählt Wolitzer von den Abgründen ihrer Figuren, die doch nur als Familie funktionieren wollen, meint Knobloch. Er deutet den Verzicht auf das große Drama als selbstbewusst. Der Text behandelt Sehnsucht und Familie ausdrücklich nicht als spezifisch weibliche Themen, betont die Rezensent.
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