Stefan Merrill Block

Wie ich mich einmal in alles verliebte

Roman
Cover: Wie ich mich einmal in alles verliebte
DuMont Verlag, Köln 2008
ISBN 9783832180393
Gebunden, 348 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen übersetzt von Marcus Ingendaay. "Ich liebte sogar Dinge an ihr, die normalerweise nicht als liebenswert gelten. Zum Beispiel ihre Zehen. Nicht nur die Füße, nein, auch die Zehen. Krumm und schief von Geburt an, aber für mich so schön wie die Zacken eines Diadems." Abel hat gleich zwei Probleme - er hat einen Buckel, und die Frau, die er liebt, ist mit seinem Bruder verheiratet. Als Mae eines Tages spurlos verschwindet, zerbricht Abels Welt. Die Jahre vergehen. Sein Bruder stirbt. Die Farm verfällt. Aber Abel gibt nicht auf. Er wird warten, bis Mae zurückkommt. Doch als es eines Tages endlich an seiner Tür klopft, steht dort nicht Mae, sondern ein Fremder...

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 31.10.2008

Rezensentin Kristina Maidt-Zinke ärgert sich zwar über den die Thematik des Buchs umschiffenden Titel, der durch den Umschlagtext noch irritierender wird. Doch davon abgesehen hat sie an diesem Roman über Alzheimer ziemlich viel Freude, auch wenn ihrer Meinung nach hin und wieder der jugendliche Eifer mit dem Autor Stefan Merrill Block durchgeht - etwa, wenn er auf der vierten Handlungsebene etwas zu ausführlich über eine Fantasy-Welt schreibt. Doch findet sie alles in allem die Geschichte über "weite Strecken kurzweilig und spannend geraten". Angemessen findet sie zudem, dass die Geschichte eher durch "Komik" als durch "Sentimentalität" berührt. In dem Sinne findet Maidt-Zinke auch gelungen, dass der Autor den "emotionalen Höhepunkt der Geschichte mit sehr erwachsener Gelassenheit und Distanz" gestaltet.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 09.10.2008

Viel Lob schüttet Rezensent Hubert Winkels über dieses Buch aus, in dem sich der 26-jährige New Yorker Stefan Merril Block literarisch der Krankheit Alzheimer nähert. Nicht nur, weil das Problem zunächst aus der Sicht eines 15-Jährigen verhandelt wird, dessen Mutter an Alzheimer erkrankt, sondern auch, weil in die Auseinandersetzung medizinische Fakten zur Geschichte der Krankheit als Genomveränderung eingearbeitet sind, und zwar "spannend und erzählend", womit der amerikanische Autor den Rezensenten besonders beeindrucken kann, aber auch Fragen zur Zivilisation, Schicksal, Schuld und Gedächtnis. Es sind die Leichtigkeit und der Witz, mit denen dieser Autor sein schwieriges Thema stemmt, die den Rezensenten so sehr einnehmen. Auch für die Komik "in Ton und Geste", die er dadurch immer wieder entstehen sieht. Aber eben auch den Kunstgriff, Genese und Geschichte einer Krankheit und die Geschichte der Zivilisation gegeneinander laufen zulassen, was die Frage generiert, ob das von der Krankheit verursachte Vergessen angesichts der misslungenen Zivilisation nicht ein Segen sei.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.09.2008

Alexander Müller spricht nach der Lektüre von Blocks Roman von einem "vielversprechenden Erstling": In der scheinbar biografisch geprägten Erzählung über das krankhafte Vergessen beschließt der Teenager Seth angesichts seiner an Alzheimer erkrankten Mutter, Wissenschaftler zu werden - er träumt davon, eines Tages vielleicht ein Heilmittel zu finden. Diesen Erzählstrang entlang gelinge es dem Autor, unterhaltsam aktuelle Erkenntnisse aus der Hirnforschung in den Roman einzuflechten, lobt der Rezensent. Es gibt noch einen zweiten Erzählstrang, der mit einem gewissen Abel zu tun hat, der in Seths Schwägerin Mae verliebt war, in die auch Seth verliebt ist - aber hier verliert der Leser der Rezension den Faden. So viel verstehen wir noch: Für Müller handelt es sich hier, trotz "zahlreicher trauriger Momente", um eine optimistische Erzählung, die durch eine Prise Ironie und die originellen Abschweifungen Seths noch dazu gewinnt. Den Namen des Autors sollte man sich jedenfalls merken, so Müller.

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