Aus dem Englischen von Udaa Strätling und Matthias Göritz. Eine junge Frau ist gestorben. Ihre Kinder, zwei kleine Jungen, und ihr Mann sind noch betäubt vom Schock, haben haufenweise Beileidsbekundungen und Lasagne zum Aufwärmen entgegengenommen, die notwendigen Dinge organisiert, und nun setzt die unerträgliche Leere ein. Da klingelt es an der Tür. Totenschwarz und gefiedert bricht es herein, packt den Vater und verkündet: "Ich gehe erst wieder, wenn du mich nicht mehr brauchst." Die überlebensgroße Krähe nistet sich rücksichtslos in der Familie ein, meldet sich mit drastischem Witz zu Wort und wird dabei zu einer Art subversivem Therapeuten, eine herrlich anarchische Mary Poppins.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 28.12.2015
Auch wenn Judith von Sternburg in Max Porters kleinem, merkwürdigem Buch keinen Ratgeber für Trauernde erkennen möchte, der Trauernde, meint sie, wird sich hier gut zurechtfinden. Allerdings muss er den "bisweilen erheblichen" Expressionismus goutieren, mit dem der Autor mal hoch, mal derb im Ton, von Witwern und Krähen erzählt, meint Sternburg. Und er muss die vielen literaturhistorischen Anspielungen wenn nicht verstehen so doch als etwas anderes denn als Bildungshuberei nehmen können. Dann, so Sternburg, lässt der Band ihn nicht mehr los.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 01.12.2015
Ein wunderbares Stück Literatur hat Rezensentin Jutta Person mit Max Porters Debüt "Trauer ist das Ding mit den Federn" entdeckt. Dieses Buch unterscheidet sich deutlich von herkömmlichen Trauertexten, versichert die Kritikerin, die sich prächtig mit der randalierenden Krähe vergnügt, die dem verwitweten Vater und seinen beiden Söhnen die Trauer austreiben will. Darüber hinaus bewundert Person, wie der Autor Alltagsszenen mit Mythen- und Fabel-Versatzstücken verknüpft und das archaische Vater-Mutter-Kind-Muster immer neu betrachtet. Nicht zuletzt liest sie Porters Text als Hommage an Ted Hughes und seinen 1970 erschienenen Lyrikband "Crow".
Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Caroline Blackwood: Das Schicksal von Mary Rose Aus dem Englischen von Claudia Voit. Caroline Blackwood, Erbin des Guinness Vermögens und schillernde Figur der Londoner Bohème, hat aus ihrer Herkunft und ihrem Leben keine… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren… Anne Carson: Rot Aus dem amerikanischen Englisch von Anja Utler. Der rote Junge Geryon ist unsterblich in Herkules verliebt, der dem Jüngling nicht zu widerstehen vermag. Auf dem Höhepunkt…