Vor 400 Jahren wurde Sibylla Schwarz in Greifswald geboren, mitten in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges. Mit 17 Jahren starb sie an der Ruhr. In diesem kurzen Leben verfasste Sibylla Schwarz über 100 Gedichte von großer poetischer Kraft, die auch von einem erstaunlichen Selbstbewusstsein als Bürgerin, Dichterin und Frau zeugen. Ihr Gedicht "Ein Gesang wider den Neid" wurde von der Literaturwissenschaftlerin Erika Greber als das "wohl erste kompromisslos feministische Gedicht der Weltliteratur" angesehen. Fast zwei Jahr- hunderte gehörte die Barockdichterin zu den bekanntesten weiblichen Namen der Literatur und geriet dann in Vergessenheit. Max Baitinger hat es sich zur Aufgabe gemacht, Sibylla Schwarz aus der Vergessen- heit zu holen. Er verbindet Leben und Werk der Barockdichterin mit seiner ganz eigenen Betrachtung ihrer Person und lässt die Leser:innen am Entstehungsprozess seiner Comicbiografie teilhaben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.11.2021
Rezensent Andreas Platthaus erfreut sich an der Frechheit, mit der Max Baitinger die kurze Lebensgeschichte der Barockdichterin Sibylla Schwarz in Bilder fasst. Alles nur keine langweilig naturgetreu wiedergegebene Vita darf der Betrachter erwarten, warnt Platthaus. Wie Baitinger mit den Fakten wie mit den Traditionen seiner Kunst zu spielen weiß, die Biografie in einen "Hexensabbat der Kunstgeschichte" a la Grimmelshausen transformiert und Hieronymus Bosch, Max Klinger, Breughel und A. R. Penck zitiert, scheint Platthaus künstlerisch überzeugend. Die Schwarz'schen Verse vergisst der Autor darüber nicht, sondern bindet sie in die Handlung mit ein, erklärt der Rezensent.
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