Johann Michael Moscherosch

Unter Räubern

Soldatenleben
G. Braun Verlag, Karlsruhe 2001
ISBN 9783765081705
Gebunden, 160 Seiten, 14,83 EUR

Klappentext

Herausgegeben und bearbeitet von Walter E. Schäfer. "Der Frömmste hat eine Kuh gestohlen!" Mit diesem Schlachtruf begrüßen sich die Spießgesellen einer Bande entlaufener Soldaten im Dreißigjährigen Krieg, die zwischen Mosel und Rhein auf eigene Faust Krieg führen. Diese Erzählung, eines der wichtigsten Werke der Barockliteratur, berichtet in heutiger Sprache von ihren Streifzügen in Lothringen und den Vogesen, ihren Täuschungsmanövern und Geheimschriften, ihren Überfällen auf Finstingen und andere Städte und Burgen, aber auch ihrem Schlemmerleben in Saarbrücken. Und von entlaufenen Soldaten, Kriegslisten, Geheimsprachen, Festgelagen, Mord und Totschlag - nebst einem Disput über die Erfindung des Pulvers und des Buchdrucks.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 13.12.2001

Schwer beeindruckt zeigt sich Rezensent Ludwig Harig von dem barocken Dichter Johann Michael Moscherosch, der uns interessante Einblicke in die Gesellschaft des 17. Jahrhunderts vermittle. Aber auch zur Gegenwart gibt es nach Ansicht des Rezensenten interessante Bezüge, behauptet Harig und schreckt nicht vor gewagten Thesen zurück: So findet er, dass Moscheroschs Romane in ihrem "sprachexperimentellen und moralreformierenden Sprachentwurf auf das gesellschaftliche Element der konkreten Poesie der sechziger und siebziger Jahre vorausweisen". Harig bespricht in einer Rezension Walter E. Schäfers Biografie über Moscherosch sowie Moscheroschs Romane "Unter Räubern" und "Insomnis Cura Parentum". Besonders beeindruckt zeigt sich Harig davon, wie der Moscherosch-Kenner Walter E. Schäfer den Roman "Unter Räubern" für ein modernes Lesepublikum bearbeitet hat und Moscheroschs Dichtung "für Liebhaber von poetischer Sprache" interessant mache. Das nennt der Rezensent ein "Verdienst ? pädagogischer Natur". Nicht zuletzt, weil dieses Buch die "Grauen des Kriegs" veranschaulicht und die gesellschaftlichen Verhältnisse, unter denen diese geschehen sind, taugt es nach Harigs Meinung zum "realistischen Geschichtsunterricht".
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