Aus de Spanischen von Maralde Meyer-Minnemann. Mit einem Vorwort von Antonio Tabucchi. Der engste Vertraute und zugleich nur ein entfernter Bekannter ist dem Menschen sein Körper. Seine wissenschaftliche Erforschung ist ein großes Thema unserer Zeit. Und doch ist die Wissenschaft nicht in der Lage, uns umfassend über ihn aufzuklären. Mauricio Ortiz ist Wissenschaftler und hat die mangelhafte Erklärungsfähigkeit der Wissenschaft so stark empfunden, dass er einen anderen Blickwinkel für seine Erkundungen wählte. Daher ergeben sich aus seinen Versuchen andere Fragen, die den Körper des Menschen in einem weiteren Rahmen sehen: Was ist der Körper? Etwas, das uns gehört, oder etwas, dessen Geisel wir sind? Die Augen, die Muskeln und Knochen, die Genitalien? Was innen geschieht - oft an undefinierbaren Orten des Innern -, was mit den Ejakulationen, dem Durst und den Lüsten, der Liebe und der Phantasie, das und ein ganzer Kosmos mehr, das ist der Körper.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 26.03.2005
Schrecklich peinlich, aber auch komisch - und wohl vor allem komisch, weil peinlich -, jedenfalls höchst lesenswert findet Kersten Knipp diesen Band, der hält, was der Titel verspricht. Es geht um den menschlichen Körper, und zwar in aller Gründlichkeit. Zur Sprache kommen "der Schmalz, der Talg, die Dämpfe", die Gerüche, die Wehwehchen, die Verselbständigungen des Körpers. Für den Menschen als Geistwesen, für Erhabenes am Dasein ist dabei wenig Raum, das gibt der Körper nach Ansicht des mexikanischen Arztes Mauricio Ortiz nicht her. Dem peinlich Irdisch-Tierischen am Menschen kommt er, so Knipp, dafür umso überzeugender auf die Spur, auch in seiner mitunter "allzu anschaulichen Sprache". Auch das ist als Kompliment gemeint.
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