Bei Wilhelmshaven wird eine Frauenleiche aus der Nordsee geborgen. Ein Unfall kann ausgeschlossen werden: Das Opfer trägt noch seine Schuhe und ein gelbes Etuikleid, der Hals weist Würgemale auf. Hat der "Kokonmörder", der zuletzt vor fünfundzwanzig Jahren Frauen umgebracht und in verschiedene Stoffe eingewickelt hat, wieder zugeschlagen? Oder ist der "Cowboy" verantwortlich, ein Verkleideter, der in den Großstädten Norddeutschlands seit Wochen Frauen nachstellt? Dank Zeugenaussagen kommen die Bremer Kriminaloberkommissarin Ina Maiwald und ihre Kollegin Nadine Poll aus Wilhelmshaven schnell auf die Spur des Täters. Die Festnahme ist allenfalls eine Frage von Tagen, glaubt Ina und beschließt, die geplante Schiffsreise mit ihrem Sohn Jona nach Norwegen doch noch anzutreten. Auf Einladung des Automobilkonzerns Kepler darf die Hobbypodcasterin kostenlos mitreisen, wenn sie abends die Passagiere mit True-Crime-Geschichten unterhält. Dann geraten die Ermittlungen an Land ins Stocken - und auf dem Schiff wird eine Frau vermisst …
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 27.05.2026
Hoffentlich ist das der Auftakt zu einer ganzen Krimireihe, denkt sich Rezensentin Sylvia Staude bei der Lektüre dieses unterhaltsamen Buches. Matthias Wittekindt hat sich diesmal zwei Ermittlerinnen ausgedacht, Ina Maiwald und Nadine Poll, die in Bremen beziehungsweise Wilhelmshaven für die Aufklärung des Falls des sogenannten "Cowboy" herangezogen werden. Der ist ein verkleideter Mann, der Frauen nachstellt, manchmal auch ihre Kleider zerreißt, aber sonst keine Gewalt anwendet. Einige Zeit später wird eine Frauenleiche gefunden, die mit ihm in Verbindung gebracht wird. Skurril wird es dann erst, als der Mörder gefunden wird, verrät Staude, außerdem zieht der Autor in einem zweiten Teil "die Spannungsschraube" an, der auf einem Kreuzfahrtschiff spielt. Jedenfalls verknüpfe Wittekindt geschickt die verschiedenen Stränge, lasse nebenbei den Humor nicht zu kurz kommen und könne obendrein noch mit einer "ziemlich lustigen Sexszene" glänzen. Insgesamt ein origineller und spannender Krimi mit authentischen Figuren, freut sich Staude.
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