Wolf Biermann lernte von ihm das "Schweigen zwischen den Worten" und widmete ihm mit "Ermutigung" sein berühmtestes Lied. Joseph Brodsky erkannte an seinem Gesicht, dass er einen wirklichen Dichter vor sich hatte. Und Marcel Reich-Ranicki zählte ihn zu den ganz großen Lyrikern des 20. Jahrhunderts: Peter Huchels (1903-1981) Erscheinung hinterließ Eindruck bei denen, die ihm begegneten, die Wirkung seiner Verse auf Leser und Autoren ist ungebrochen. Dass sie nichts von ihrer Kraft verloren haben, verdankt sich Huchels Treue zu seinen Anfängen, zu Mensch, Natur und Landschaft seiner märkischen Heimat. Dort wächst er auf dem Gutshof der Großeltern auf, dorthin kehrt er nach Jahren in Paris, Wien und Berlin, nach Krieg und Gefangenschaft zurück und begründet als Chefredakteur den legendären Ruf der Zeitschrift "Sinn und Form", des "geheimen Journals der Nation". Und dort wird er nach seiner Absetzung und Isolierung zum widerständigen Einzelgänger, zum Mythos.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.01.2019
Rezensent Martin Halter schätzt die vom Deutschen Kunstverlag herausgegebene Reihe "Leben in Bildern", der er unter anderem schon Porträts von Proust, Neruda oder Robert Walser zu verdanken hat. Entsprechend erfreut nimmt der Kritiker diesen Band zur Hand, der ihm neben eindringlichen Fotografien von Peter Huchels "vom Leben gezeichneter märkischer Gesichtslandschaft" historische Fotos, private Schnappschüsse, "halboffizielle" Porträts, zudem faksimlierte Manuskripte und Briefe bietet. Darüber hinaus lobt der Rezensent den "einfühlsamen" Text Matthias Weichelts, in dem der amtierende Chefredakteur der von Huchel gegründeten Zeitschrift "Sinn und Form" nicht nur die Wortmagie des Dichters würdigt, sondern auch dessen Schwierigkeiten und Probleme in Politik und redaktioneller Arbeit nachzeichnet.
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