Matthias Braun

Die Literaturzeitschrift »Sinn und Form«

Ein ungeliebtes Aushängeschild der SED-Kulturpolitik
Cover:  Die Literaturzeitschrift »Sinn und Form«
Edition Temmen, Bremen 2004
ISBN 9783861083986
Gebunden, 230 Seiten, 11,90 EUR

Klappentext

Als die Literaturzeitschrift "Sinn und Form" 1999 das 50-jährige Bestehen feierte, konnten die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen auf eine erfolgreiche, turbulente und zum Teil widersprüchliche Geschichte zurückblicken. Ähnlich widersprüchlich waren auch die Bewertungen, die die Akademiezeitschrift durch die Jahrzehnte begleiteten: sprach Marcel Reich-Ranicki 1962 von einer "stille(n) Enklave des Liberalismus", sah Alfred Kurella ein "Kampforgan der Kulturpolitik". Der vorliegende Band von Matthias Braun beschäftigt sich, der Chronologie folgend, mit den unterschiedlichen Phasen der Traditionszeitschrift: beginnend mit Peter Huchels Vision einer gesamtdeutschen Literaturzeitschrift über die langen Jahre unter dem Literaturwissenschaftler und Kulturpolitiker Wilhelm Girnus (von 1964-1981) bis zu den Veränderungen Ende der 1980er Jahre und der Neupositionierung im gesamtdeutschen Zeitschriftenmarkt nach 1990. Erstmalig wird dabei der Einfluss der Staatssicherheit untersucht.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 14.08.2004

Die Zeitschrift "Sinn und Form" hatte in der DDR von Beginn an kein leichtes Schicksal und kämpfte von Anfang - nämlich der Gründung im Jahr 1949 - bis zum Ende um ihre Unabhängigkeit. Die war natürlich im Grunde ein Ding der Unmöglichkeit, wurde aber - dank der großen Reputation im Ausland - in Graden gewährt. Als "ungeliebtes Aushängeschild" bezeichnet Matthias Braun das Magazin im Untertitel - das trifft, wie der Rezensent (Kürzel "rh") meint, den Nagel auf den Kopf. Dass "Sinn und Form" noch immer existiert, findet er "mirakulös". Wie es der Chefredaktion durch das "Manövrieren zwischen Konformismus und Nonkonformismus" gelungen ist, die DDR zu überstehen, das kann man in der Studie nachlesen.

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