Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.02.2003
Patrick Bahners bespricht eingehend dieses Buch, das als Dokumentation einer Debatte über den Staatsbegriff am Beispiel des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation in Form von Kongressakten erschienen ist. Darin stehen sich die Ansichten von Georg Schmidt und Heinz Schilling gegenüber, deren "scharfer Ton" in der Auseinandersetzung um den Staatsbegriff des Deutschen Reiches für "Unruhe im Fach" gesorgt hat, wie der Rezensent mitteilt. Eine Einigung sei zwar auch auf der zu dem Zweck initiierten Tagung nicht erreicht worden, doch zumindest könne man auf die "befriedende Wirkung ritueller Kommunikation verweisen", so Bahners trocken. Während er Schilling im Lauf seiner Kritik vorwirft, dass er den Unterschied zwischen dem Reich und den Staaten "überdeutlich" betont, findet er Schmidts Begriffsprägung, die "das Reich als Einheit in der Vielheit" begreift, ein wenig beliebig. Bahners vermag diese Debatte kenntnisreich darzustellen, auch wenn dem unbeschlagenen Leser seiner Rezension vielleicht nicht ganz klar wird, worum es bei dieser Auseinandersetzung eigentlich genau geht und warum sie mit solcher Erbitterung geführt wird.
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