Matthew Sweeney

Rosa Milch

Ausgewählte Gedichte
Cover: Rosa Milch
Berlin Verlag, Berlin 2008
ISBN 9783827007445
Gebunden, 126 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Text englisch-deutsch. Übersetzt von Jan Wagner. In seinen Gedichten macht sich Matthew Sweeney auf die Suche nach einem "alternativen Realismus", mit der Lust des Erzählers am bemerkenswerten Ereignis, mit einem Faible für das Groteske - und nicht zuletzt mit einem gehörigen Quantum schwarzem Humor. "Stell dir vor, die Haare / sämtlicher Friseurgeschäfte Chinas / regneten auf die Welt hinab ...": Möglich ist, was vorstellbar ist, und in den Gedichten des irischen Weltbürgers Matthew Sweeney wird es zu einer bleibenden Erfahrung für den, der sich die angeborene Freude an der außergewöhnlichen Geschichte, an der haarsträubenden Anekdote, an der verdichteten Sprache bewahrt hat. Ob ein wiederauferstandener toter Schlachter auf dem Weg zurück zu Beilen und Blutwürsten ist, ob die letzten Minuten eines ertrinkenden Fischers vor der Küste Donegals geschildert werden oder, wie im Titelgedicht, eine Schar von Mönchen das Wunder der "rosa Milch" zu ergründen sucht - Sweeney folgt seinen Protagonisten mit ebenso viel Witz wie Mitgefühl in die Abgründe des Alltäglichen. Diese zweisprachige Auswahl aus allen bislang publizierten Gedichtbänden Matthew Sweeneys ist eine Einladung, sich seinen eigenwilligen Erkundungsgängen anzuschließen und dabei im Komischen das Tragische, im Tragischen das Komische zu entdecken.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 26.07.2008

Eingenommen ist Jürgen Brocan für diesen Gedichtband von Matthew Sweeney. Die Gedichte des irischen Autors muten ihn an wie "surreale Wörtergemälde", in denen es vor unerhörten Begebenheiten, von absurden, skurrilen und makabren Szenen nur so wimmelt. Er räumt ein, dass "eingefleischte Realisten" an diesen Gedichten vielleicht nur bedingt ihre Freude haben werden. Ihm jedoch gefällt Sweeneys unbändige Fabulierlust. Zudem hebt er hervor, dass sich die Gedichte nie in "gewolltem Unsinn" verlören, sondern immer die Neugier weckten und die Phantasie anregten.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.05.2008

Matthew Sweeneys Faible für Särge und Geister scheint Rezensent Nico Bleutge zu teilen. Jedenfalls ist er heilfroh, dass der Autor die irische Landschaft besingen kann, ohne Heimatlyrik zu schreiben. Besser im Stil der schwarzen Romantik das Morbide erkunden oder dem Leser "Szenen harter Gewalt" zumuten. Wie Sweeney das macht, weniger mit Metaphern, dafür durch genaue Beschreibung, gefällt Bleutge ausnehmend gut, auch wenn er den Gang der Verwandlung vom Wirklichen zum Möglichen manchmal allzu leicht durchschaut. Dem Übersetzer Jan Wagner ist er dankbar für eine gelungene Auswahl und die Nachempfindung der in den freirhythmisierenden Versen durch Klänge und Enjambements erreichten Versspannung.
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