Matias Martinez (Hg.)

Warum Fußball?

Kulturwissenschaftliche Beschreibungen eines Sports
Cover: Warum Fußball?
Aisthesis Verlag, Bielefeld 2002
ISBN 9783895283062
Kartoniert, 146 Seiten, 10,50 EUR

Klappentext

Jeder Fußballfreund kennt die unbequeme Frage, warum er sich nur so sehr dafür begeistern könne, dass irgendwo auf der Welt 22 Spieler 90 Minuten lang hinter einem Ball herlaufen. Die Frage liegt nahe, denn Fußballspiele stellen ja zunächst nichts anderes dar als sich selbst. Im Gegensatz zu anderen Kollektivereignissen wie Theaterstücken, Karnevalsumzügen oder Gottesdiensten erheben sie keinen Anspruch auf referentiellen, mimetischen oder sakralen Sinn - Fußball ist Fußball. Andererseits bedeuten Sieg und Niederlage auf dem Rasen für Millionen von Zuschauern weit mehr, als ein lapidares Protokoll der Körper- und Ballbewegungen erahnen ließe. Wie kommt also Bedeutung in den Fußball? Die Beiträge des Bandes geben Antworten aus der Sicht aktueller kulturwissenschaftlicher Theorien - der Kultursoziologie, Diskursanalyse, Erzählforschung, Ästhetik und Medientheorie.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 29.06.2002

Texte rund um den Fußball, vorwiegend philosophische. Schopenhauer kommt vor, zum Thema Ehre, Heidegger wird herbeigezogen, vielleicht ein bisschen an den Haaren, mit ihm erklärt der Autor des Aufsatzes, Bernhard Siegert, wenn wir den Rezensenten Fritz Göttler recht verstehen, was Arno Schirokauer 1927 in seinem klassischen Text "Der Sportsprecher" im Sinn hatte: den Reporter als "Führer durch die Erschütterungen des Wettkampfs". Manche der Texte betreiben, wie Göttler bedauert, etwas zu viel "intellektuelle Entzauberung", gut gefallen hat ihm ein Diagramm, dass sämtliche Spielzüge der ersten Halbzeit Deutschland-Rumänien 1984 protokolliert. Eher reingeschmuggelt kommt dem Rezensenten Hans-Ulrich Gumbrechts Aufsatz vor, eine Theorie zum Wesen des Spiels allgemein, die aber, wo es konkret wird, vom American Football spricht. Kein Wunder, meint Göttler, denn der ist die "abstraktere Sportart, die der Postmoderne, der Dekonstruktion."

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