"Je mehr Wettbewerb - umso besser": Schließlich soll sich doch der, die oder das Beste durchsetzen. Also versucht man, auch dort, wo es keinen Markt gibt, künstliche Wettbewerbe zu inszenieren, um z.B. Wissenschaft, Bildung oder Gesundheitswesen auf Effizienz zu trimmen. Doch dies führt nicht zu mehr Qualität, sondern dazu, dass viele Menschen freudlos und gestresst mit Akribie und Fleiß Dinge hervorbringen, die niemand braucht. Der kompetente Autor vertritt die Meinung, dass diese Produktion von Unsinn zwar Arbeitsplätze schafft, doch fatale Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft hat: Sinn wird durch Unsinn verdrängt, Qualität durch Quantität. Diese Entwicklung führt zu einer schleichenden, noch kaum erkannten Pervertierung der Marktwirtschaft, die entschieden bekämpft werden muss.
Rezensent Michael Lösch hat Mathias Binswangers kritische Auseinandersetzung mit Wettbewerbsgedanken mit großer Zustimmung gelesen. Der Autor zeigt für ihn überzeugend, dass Wettbewerb dort, wo er nicht hingehört, vor allem Unsinn erzeugt. Als Beispiele nennt er Exzellenzwettbewerbe um Fördergelder im Hochschulwesen und diverse Wettbewerbe im Gesundheitssektor. Lösch liest das Buch, das auf Alltagsverstand und belegende Empirie setzt, als ein "Plädoyer für mckinseyfreie Zonen, wenn es um Güter des Gemeinwohls geht".
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 21.12.2010
Heiter aber auch bitter schmeckt unserem Rezensenten diese Lektüre. Was Wettbewerbshörigkeit im Wissenschaftsbetrieb, im Gesundheitswesen und im Bildungswesen anrichtet, ist natürlich schlimm und nur in Einzelfällen, die der Autor nicht auslässt, komisch. Außerdem bietet der Volkswirt Mathias Binswanger neben praktischen Beispielen für unangebrachten McKinseyismus auch einen Theorieteil. Seine Ausführungen über die Messbarkeit von Qualität findet Michael Lösch aufschlussreich. Insgesamt gefällt ihm die Streitschrift durch ihre Mischung aus gesundem Menschenverstand und empirischen Belegen.
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