In vielen bereits erschienenen Arbeiten werden wettbewerbliche Preisregulierungsverfahren auf ihre Eignung für den Einsatz in der Wasserwirtschaft hin untersucht. Diese Analysen greifen aber in zweifacher Hinsicht zu kurz. Zum einen kann man wettbewerbliche Preisregulierungsverfahren für die Wasserwirtschaft nur unter der Voraussetzung empfehlen, dass es zu keiner unerwünschten Qualitätsdegression kommt. Ob dies zu erwarten ist bzw. wie dem ausreichend wirkungsvoll begegnet werden kann, ist ein Schwerpunkt dieser Arbeit. Im Kern kommt der Autor zu dem Schluss, dass ganzheitliche wettbewerbliche Verfahren zwar nur sehr bedingt mit der derzeit praktizierten Qualitätsregulierung in Deutschland kompatibel sind, dass es aber Gründe gibt, diese aktuelle deutsche Qualitätsregulierung ganz grundsätzlich zu überdenken. Indem eine Kompatibilität von Qualitätsregulierung und Preisregulierung hergestellt wird, ist die Grundvoraussetzung dafür geschaffen, überhaupt erst verschiedene Preisregulierungsverfahren in Erwägung ziehen zu können. Außerdem lässt sich die derzeitige Qualitätsregulierung bei fortbestehender Effektivität effizienter gestalten. Zum anderen behebt die integrierte Behandlung von Qualitätsregulierung und Preisregulierung einen weiteren Schwachpunkt vorheriger Studien. Mittels eines solchen Vorgehens lassen sich substanziellere Aussagen darüber treffen, welches wettbewerbliche Verfahren tatsächlich für die deutsche Wasserwirtschaft empfohlen werden sollte. Ein wichtiges - bislang vernachlässigtes - Kriterium bei der Analyse denkbarer Wettbewerbskonzepte sollte stets sein, ob sich ein spezifisches Verfahren der Preisregulierung dazu eignet, Qualitätsziele zu verfolgen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.02.2006
Effizientes Wirtschaften und die deutsche Wasserwirtschaft - zwei unvereinbare Größen. Dass das nicht sein muss, versucht diese Studie zu beweisen, die Arndt Christiansen für einen "ambitionierten Reformvorschlag" hält. Das vom Autor empfohlene, an das Konzept der "Yardstick Competition" anknüpfende Gegenmodell zum rein kostenorientierten und mit ordnungsrechtlicher Qualitätsregulierung verbundenen institutionellen Rahmen scheint dem Rezensenten einzuleuchten. Eine Preis- und Qualitätsregulierung auf Basis vergleichenden Wettbewerbs würde den Unternehmen der Wasserwirtschaft zwar einiges abverlangen, den eigentlichen Haken der Studie aber erkennt Arndt darin, dass sie an Voraussetzungen gebunden ist, etwa die Zahl der Unternehmen betreffend, die in Deutschland nicht gegeben sind.
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