Den kleinen Walser lesen! lautet der Ratschlag des Rezensenten. Vom Zwang der Größe befreit gefunden hat Franz Schuh den Großschriftsteller Martin Walser in seinem Nebenwerk aus den Jahren 1960 bis 1994. Sichtlich erleichtert erscheint uns Schuh, trifft sogar auf ein Brecht-Gedicht des Mannes vom Bodensee, das er für schulbuchtauglich hält, "weil es die Rolle des Zeitenwandels bei der Fixierung von ästhetischen und politischen Urteilen ironisch und lehrreich vor Augen führt". Allerdings findet sich auch in Walsers Marginalien das weniger Taugliche. Wenn's um die deutsche Frage geht, sieht Schuh die Fieberkurve des Autors ansteigen, eines vielseitig bewegten Autors dennoch, "der sich nicht unter ein einziges Verdikt subsummieren lässt".
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…