Martin Seeliger (Hg.), Sebastian Sevignani (Hg.)

Ein neuer Strukturwandel der Öffentlichkeit?

Sonderband Leviathan 37 | 2021
Cover: Ein neuer Strukturwandel der Öffentlichkeit?
Nomos Verlag, Baden-Baden 2021
ISBN 9783848771714
Broschiert, 498 Seiten, 99,00 EUR

Klappentext

Öffentlichkeit ist wichtig für die Demokratie, und sie wandelt sich. Ihre aktuelle Entwicklung vollzieht sich im Spannungsfeld dreier Sequenzen institutionellen Wandels - der Globalisierung, der Kommodifizierung und der Digitalisierung des Sozialen. Diese beleuchten die Beiträge des Bandes in Diskussion mit der Öffentlichkeitstheorie von Jürgen Habermas, der seine eigenen Überlegungen zu einem erneuten Strukturwandel der Öffentlichkeit vorstellt. Das Buch wendet sich an ein breites interdisziplinäres Publikum aus den Sozial- und Kulturwissenschaften, das an lebendigen und funktionierenden Öffentlichkeiten interessiert ist und anhand fundierter Zeitdiagnosen einen Überblick zu aktuellen Veränderungen und den damit verbunden Chancen und Herausforderungen für die Legitimität und Wirkmächtigkeit der Demokratie gewinnen möchte.Mit Beiträgen von Markus Baum, Timon Beyes, Ulrich Brinkmann, Donatella della Porta, Leonhard Dobusch, Renate Fischer, Nancy Fraser, Jürgen Habermas, Heiner Heiland, Maximillian Heimstädt, Otfried Jarren, Sandra Kostner, Georg Krücken, Felix Maschewski, Anna-Verena Nosthoff, Claudia Ritzi, Christof Roos, Hartmut Rosa, Martin Seeliger, Sebastian Sevignani, Philipp Staab, Thorsten Thiel, Tanja Thomas, Hans-Jörg Trenz, Silke Van Dyk, Fabian Virchow und Michael Zürn.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 27.01.2022

Der achtzigjährige Soziologe und Frankfurter Schüler Stefan Müller-Doohm bespricht den vorliegenden Band weitgehend positiv - was kaum eine Überraschung ist, weil er sich als eine Art Hommage an Jürgen Habermas, einen seiner Lehrer, versteht. Zustimmend referiert Müller-Doohm die in dem Band geäußerte Kritik am Internet und den sozialen Medien: Zwar ermächtigten diese neuen Technologien die einzelnen zu Meinungsäußerungen, viel besser war aber die gesteuerte Öffentlichkeit unter "redaktioneller Vormundschaft", die Habermas in seinem Standardwerke über den "Strukturwandel der Öffentlichkeit" als maßstabsetzend für funktionierende Dempokratien beschrieben hatte. Stefan Müller-Doohm teilt am Ende den Pessimismus der meisten Autoren des Bandes und auch Habermas' selbst, der den krönenden Abschlussartikel des Bandes schreibt. Zur Bekämpfung des digitalen Wildwuchses empfiehlt Müller-Doohm am Ende eine Ethikkommission.

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